Dienstag, 3. März 2015

Oper: Don Giovanni hat Sonntag Premiere

Mozarts Don Giovanni unter der Regie von Jens-Daniel Herzog - musikalische Leitung: Gariel Feltz - hat Sonntag (8.3.), 18 Uhr, Premiere im Opernhaus. Die Premiere ist bereits ausverkauft.

Don Giovanni fährt zur Hölle, aber zur Ruhe kommt er nicht. Der Wüstling, der Sexbesessene, der Mörder und Zyniker lässt uns nicht los. Alles, was an Anstand, Güte und Mitgefühl in uns ist, rebelliert gegen diese Figur, doch hört sie nicht auf, das Publikum zu faszinieren. Don Giovanni ist das andere Leben, abseits von Moral und Mitleid, weit weg von bürgerlicher Wohlanständigkeit. Er nimmt sich, was er will, nämlich die Frauen und das gute Leben, und hat keine Scheu, seinen Anspruch durchzusetzen – mit Verführungskraft, aber wenn nötig auch mit Gewalt. Liebe ist für ihn ein Konsumgut, in dem er nie Befriedigung finden kann. Den Frauen, die seine Liebesschwüre ernst nehmen, ergeht es schlecht, denn eine Beziehung oder gar eine Ehe ist mit diesem Mann nicht zu führen. Nur die Bäuerin Zerlina versteht, was Don Giovanni meint, wenn er ihr Liebe schwört. Ihr „Ja“ ist eines zum Genuss des Augenblicks, zur Feier des Vergnügens, so kurz es auch sein mag. Alles, was dauerhaft sein könnte, ist Don Giovanni zuwider. Allein Leporello, der Komplize seiner Ausschweifungen, bleibt immer an seiner Seite, auch wenn ihm vor seinem Herrn immer mehr graust. Ein Aufstand der Anständigen bringt den Lüstling schließlich mit übernatürlicher Hilfe zu Fall, aber die Don Giovannis als Helden des Exzesses sind nicht auszurotten, nicht im Leben und schon gar nicht auf der Bühne.

Nach Così fan tutte und Figaros Hochzeit steht nun auch Mozarts dritte Da Ponte-Oper auf dem Dortmunder Spielplan. Komponist und Textdichter haben mit der Uraufführung des Don Giovanni 1787 einen großen Erfolg gefeiert, obwohl sie bewusst viele Regeln der Gattung missachtet haben. Komödie oder Tragödie? Am Ende wird der Böse bestraft, die Guten haben gewonnen, aber ist die Welt noch interessant ohne das Grenzen sprengende, lebensbejahende Don-Giovanni-Prinzip? Möchte man unter lauter kreuzbraven Don Ottavios leben? Mozarts Musik ist voller Lust und Leidenschaft, eine vibrierende Feier des Lebens. Denn zumindest im Theater ist die Hölle allemal der Ort, an dem man lieber sein will als in der sittenstrengen Behaglichkeit.

Tickets und Termine: www.theaterdo.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen