Freitag, 27. März 2015

Dortmunder Künstlerin Katja Struck feierte mit "Rosie's Revenge" gelungene Premiere in Witten

Unter dem Namen „Rosie‘s Revenge“ hat sich unter Federführung der Dortmunderin Katja Struck eine Künstlergruppe gegründet, deren Mitglieder ganz unterschiedliche künstlerische Schwerpunkte in die gemeinsame Arbeit einbringen. Bei Katja Struck, die in der Kostümabteilung des Theaters Dortmund arbeitet, ist es die Ausstattung, bei Arnd Dörfling die Regie, bei Britta Lennardt die Schauspielerei.

Nach längerer Vorbereitungszeit konnten die drei nun in der Wittener Werkstadt Premiere ihres ersten eigenen Theaterstücks feiern. Es heißt ebenfalls „Rosie‘s Revenge“ und ist eine fantasievolle und schrille Abfolge von Szenen, die nur lose durch eine Rahmenhandlung miteinander verbunden sind. Und die geht ungefähr so: Rosie kommt aus den Tiefen des Alls auf die Erde und stellt große Verderbtheit fest. Mit Hilfe eines vergifteten Puddings will sie die Menschheit ausrotten. Am Ende besinnt sie sich und rettet die Erde durch Liebe. 

Das Ein-Frau-Stück lebt von vielen überraschenden Bildern, einer tollen Ausstattung und einer gut aufgelegten Britta Lennardt. Da dampft und brodelt es aus einem überdimensionalen Kochtopf, da gibt es eine Unzahl von unheilvoll leuchtenden Pudding-Desserts und einen Kühlschrank, in dem es nicht nur Lebensmittel, sondern auch Mikrofone oder (bereits angezündete) Zigaretten gibt. Das Kostüm der ganz auf 60er-Jahre getrimmten Rosie ist eine Augenweide: Im wild bauschigen Ganzkörperkostüm führt sie zu Beginn eine Art modernen Ausdruckstanz auf, später agiert sie im an Brust und Po grotesk ausgestaffierten 60er-Jahre-Kleidchen und zitiert mit schwarzer Perücke auf dem Kopf Ehefrau-Benimmregeln aus dieser Zeit. Das ist witzig – und durchaus auch ein bisschen sexy. Es ist zu erahnen, welche Arbeit die Vorbereitung auf diese Stunde Theater gekostet haben muss, in der Britta Lennardt auch ihr Gesangstalent präsentieren kann.

„Rosie‘s Revenge, das – ganz modern – Videosequenzen integriert und die Zuschauer auffordert, Live-Mitteilungen auf Facebook zu schreiben, ist ein optisch herausragendes und äußerst kurzweiliges Theaterstück, dessen Inhalt man nicht allzu ernst nehmen muss. Am Sonntag (29.3.), 20 Uhr, gibt’s in der Wittener Werkstadt, Mannesmannstraße 6, eine weitere Gelegenheit, es zu sehen. VVK: 10, AK 12 Euro.

Andreas Schröter

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