Sonntag, 8. März 2015

Austropott: "Die Wunderübung" bietet spritzig-witzige Unterhaltung im Kino im U



„Die Wunderübung“ des 1960 geborenen österreichischen Schriftstellers Daniel Glattauer ist eine brandneue Komödie, die erst im Januar 2015 in Wien uraufgeführt wurde. Das Dortmunder Theater Austropott ist stolz, zu den ersten Gruppen zu gehören, die den Stoff spielen dürfen. Premiere war am Samstag im Kino im U.

Ein tief zerstrittenes Paar (Katja Heinrich und Harald Schwaiger) sitzt in der Ehetherapie eines Psychotherapeuten (Richard Saringer). Er macht einige Übungen mit den beiden, die jedoch allesamt nicht fruchten. Das Paar streitet sich immer mehr, und der Hass aufeinander scheint zu tief zu sitzen, eine Trennung unausweichlich. Doch dann passiert Unvorhergesehenes ...

Das Schöne an einer Austropott-Aufführung ist: Obwohl es sich dabei um freies Theater handelt, hat das rein gar nichts mit Laientheater zu tun. Man merkt den Schauspielern jederzeit ihren professionellen Background an. Harald Schwaiger war unter anderem acht Jahre lang festes Ensemblemitglied am Schauspiel Dortmund, Richard Saringer in Ulm, Darmstadt und ebenfalls Dortmund. Neu im Team ist Katja Heinrich, die unter anderem feste Engagements in Weimar, Potsdam, Berlin und Essen hatte.

Insofern ist es nicht überraschend, dass die drei Schauspieler das Stück spritzig-witzig und mit viel Engagement über die Bühne bringen. Dass „Die Wunderübung“ zum Ende hin vorhersehbar wird, kann man nicht ihnen anlasten.

Es macht einen rundum sympathischen Eindruck, mit welchem Einsatz sich die Austropott-Mitglieder um ihr Theater-Projekt kümmern. Wo sonst erlebt man es, dass die Akteure vor der Aufführung Karten abreißen, Hände schütteln und Türen schließen, nur um eine Minute später als Hauptdarsteller auf der Bühne zu stehen? Wer in Dortmund eine professionelle, aber leichtere Alternative zum Schauspielhaus mit seinem momentan eher experimentell-intellektuellen Ansatz sucht, der ist bei Autropott hervorragend aufgehoben. Und auch dem U-Turm mit seiner geballten Hochkultur tut diese Kunstrichtung, die auf entspannte Unterhaltung zielt, gut. Deswegen sollten alle kulturinteressierten Dortmunder und auch die Stadt selbst Initiativen wie Autropott auf den Händen tragen.

Andreas Schröter

Tickets und Termine: www.austropott.de

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