Dienstag, 3. Februar 2015

Klinikum: Ausstellung "Heimat 132" eröffnet

Fotograf Peyman Azhari
mit einem druckfrischen
Exemplar "Heimat 132“
Bild: Stadt Dortmund / Gaye Suse Kromer

Fotograf Peyman Azhari porträtiert im Buch "Heimat 132" Menschen, die in der Dortmunder Nordstadt ein Zuhause gefunden haben. Am 30. Januar erschien der Bildband. Dazu wurde die Wanderausstellung eröffnet.

Zahlreiche Nationen leben friedlich in der Dortmunder Nordstadt. Die Zahl "132" im Buchtitel ist hierbei symbolisch zu verstehen. Als Beispiel für den kulturellen Reichtum des Viertels stellt Peyman Azhari knapp 50 Menschen in Reportagen und Fotos in seinem Bildband vor.

Er war auf der Suche nach der Antwort auf die Frage "Was bedeutet Heimat?" Im Klinikum Dortmund feierten nun in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Deutschland und der Stadt Dortmund gut 100 Gäste die Buchveröffentlichung und die Ausstellungseröffnung.


Heimat im Herzen

Die Gründe, warum jemand sein Ursprungsland verlässt oder aber auch verlassen muss, sind unterschiedlich. Das Buch liefert ganz persönliche Berichte der Porträtierten: Ausbildung, Liebe, Beruf, Krieg, Flucht und Vertreibung. Genauso unterschiedlich fallen die Definitionen des Begriffes "Heimat" aus wie etwa Geborgenheit, Sicherheit, Zusammenhalt. Zusammenhalt - ein Wort, das in Bezug auf die Nordstadt häufig fällt.

Flankierend zum frisch erschienen Buch schickt Peyman Azhari die Ausstellung auf den Weg. Zu sehen sind die Menschen, die er traf, denen er Fragen stellte und die ihm vom Weggehen und Ankommen erzählten. Neben den Menschen, die sich für Foto und Fragen zu ihrer Lebensgeschichte und ihrem Heimatgefühl zur Verfügung stellten, zeigt Peyman Azhari in seinem Bildband und in der Ausstellung anonyme und sehr farbige Straßenszenen. Er findet seine ganz eigene Sprache, das Viertel mit all der kulturell bunten Vielfalt in Bilder zu übersetzen.

Darum Nordstadt!

Anlass für Peyman Azahri, das Projekt ins Leben zu rufen, war die einseitige Berichterstattung über die Nordstadt, die ihn störte. Oft genug verdrängen vermeintliche Skandalmeldungen, dass das Viertel den Bewohnern eine Lebensgrundlage bietet und eine Heimat.

Warum für Dortmund die Nordstadt trotz spezieller Herausforderungen so wichtig ist, beantwortete Oberbürgermeister Ullrich Sierau während der Vernissage in einem Gespräch mit Ubbo de Boer, Obmann der Stadt Dortmund für die Nordstadt, so: "Schon allein, weil die Nordstadt so dynamisch und vielfältig ist, muss man sie schätzen. Das Viertel ist eine riesige Integrationsmaschine".

Er nahm den Satz "Dortmund kann Heimat" von Azhari auf und ergänzte: "Ganz besonders in der Nordstadt." Sie werde identifiziert mit den Attributen offen, ehrlich, echt: "Ich sehe die Nordstadt nicht als Problem, sondern als Potenzial!" Heimat sei für ihn persönlich dort, wo man nicht gefragt werde, woher man komme.

Thematisch passe die Ausstellung sehr gut ins Klinikum, ergänzte der Vorsitzende der Geschäftsführung Rudolf Mintrop. Seine Klinik setze sich zusammen aus 4.000 Beschäftigten mit bis zu 80 Nationalitäten: "Das ist kein Thema bei uns, weil die Zusammenarbeit gut funktioniert."

Eigene Erfahrungen

Der Fotograf erlebte einen unfreiwilligen "Heimatwechsel" am eigenen Leib. Während des ersten Golfskrieg waren seine Eltern mit ihm und seinen zwei Geschwistern gezwungen, den Iran zu verlassen und in Deutschland noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Er selbst hat inzwischen bei seiner Frau eine Heimat gefunden, ein Zuhause in Dortmund und viele Freunde in der Nordstadt.

Mit seinem Buch gibt Peyman Azhari all jenen eine Stimme, die im Alltag oft im Hintergrund bleiben und möglicherweise noch auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Heimatgefühl sind.

Die Ausstellung ist noch bis Ende April im Klinikum Dortmund, Beurhausstraße 40, in der Magistrale zu sehen und wandert dann weiter zur Bethmann Bank, Hansastraße 59.

Gaye Suse Kromer

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