Samstag, 21. Februar 2015

"Die erste Bahn": Science-Fiction im Theater im Depot

Sandra Wickenburg und Lars Lienen
in "Die erste Bahn".
Science-Fiction- und Zeitreise-Fans haben neben „Minority-Report“ im Schauspielstudio jetzt noch ein zweites Theaterstück in Dortmund, das auf ihr Interesse stoßen dürfte: „Die erste Bahn“ im Theater im Depot. Freitag war Premiere.

Ein Mann (Lars Lienen) verpasst nachts um 2 Uhr die letzte U-Bahn und muss nun bis 5 Uhr in der leeren Station ausharren, um auf die erste Bahn am nächsten Tag zu warten. Er ist müde, hat einiges getrunken und will es sich gerade auf den unbequemen Sitzgelegenheiten so gemütlich wie möglich machen, als eine Frau (Sandra Wickenburg) erscheint. Sie behauptet, aus der Zukunft zu kommen und die Tochter des Wartenden zu sein. Außerdem will sie ihn erschießen ...

Das unterhaltsame Stück mit einigen unerwarteten Wendungen aus der Feder von Markus Veith befasst sich mit Fragen wie „Kann man seine Zukunft verändern, wenn man weiß, wieviel Mist man später bauen wird?“ Der Bühnenrand im Theater im Depot wird zur Bahnsteigkante, zum Bühnenbild gehören ein voller U-Bahn-typischer Müllbehälter und die üblichen Drahtsitze, die es dort gibt. Liebe zum Detail beweisen die Theatermacher mit einem Fahrkartenentwerter an der Kasse.

Pech hatten sie dagegen mit dem Zeitpunkt der Premiere: Borussia spielte in Stuttgart, und draußen tobten die Nazis und Gegendemonstranten, sodass die Polizei die Kreuzung Münster-/Immermannstraße sperren mussten, was sicherlich einige mögliche Premierenbesucher davon abgehalten hat, das Theater rechtzeitig zu erreichen.

Als störend erwiesen sich ein Zuschauer-Handy, das mitten ins Stück „Booooruuusia“ plärrte und ein arg vorwitziger Fotograf, der seine Fotos nicht nur aus dem Zuschauerraum schoss, sondern auch noch von den Bühnenseiten her, dabei von den Vorhängen nur unzureichend verdeckt wurde und somit unnötig Aufmerksamkeit auf sich zog. So etwas sollten die Verantwortlichen unterbinden.

Generell ist „Die erste Bahn“ ein kurzweiliges Stück, das einige Fragen aufwirft, über die es sich nachzudenken lohnt.

Andreas Schröter

Tickets und Termine www.depotdortmund.de

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