Mittwoch, 11. Februar 2015

Ballett: "Drei Streifen: Tanz" hat am Samstag Premiere

Xin Peng Wang
Drei choreographische Arbeiten vereint Dortmunds Ballettdirektor Xin Peng Wang zu einem Ballettabend. Drei höchst unterschiedliche Tanzsprachen, die doch eines gemeinsam haben: Sie gehen an Grenzen.

Nicht erst durch seine Mitwirkung in dem Film Black Swan an der Seite seiner Ehefrau Natalie Portman und durch seine Zusammenarbeit mit Yves Saint Laurent ist Benjamin Millepied, mittlerweile Ballettdirektor der Pariser Oper, einer der bekanntesten Tänzer und Choreographen. Seine künstlerische Sprache lößt – bei Tänzern und Publikum gleichermaßen – Atemlosigkeit aus. Das Pas de deux Closer zählt zu den weltweit gefragtesten Galanummern.

Stets sucht Demis Volpi, gebürtiger Argentinier, in Stuttgart ausgebildet und dort seit 2013 Hauschoreograf, tänzerisch verschlungene Wege. Gleich mit seinem ersten Handlungsballett, Krabat (2013), setzte er neue Maßstäbe und beeindruckte durch seine artifizielle Gratwanderung zwischen Bravour und Experiment. 2014 erhielt er den „Deutschen Tanzpreis Zukunft“. Gemeinsam mit dem Ballett Dortmund betritt er abermals choreographisches Neuland: Eine Kugelbahn wird zum Ausgangspunkt seiner vielschichtigen Studie über Vorbestimmung und Zufall.

Wenn der heute viel strapazierte Begriff „Ausnahmekünstler“ auf jemanden zutrifft, dann auf Jiřί Bubenίček. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder holte ihn John Neumeier 1993 von Prag nach Hamburg. Heute begeistert er als Solist an der Dresdner Semperoper. So selbstverständlich unkonventionell, wie er sich dem klassischen Repertoire annähert, so spricht er auch die Sprache des modernen Tanzes. Und so unkonventionell selbstverständlich choreographiert er. Eigens für das Ballett Dortmund gestaltet er seine neueste Kreation. Inspiriert dazu hat ihn der oscarprämierte Film The Piano der Australierin Jane Campion. Er erzählt die Geschichte einer stummen Frau im 19. Jahrhundert, der am äußersten Vorposten der Zivilisation zwischen verrohten Plantagenbesitzern und entrechteten Eingeborenen nur ihr Klavier als Ausdrucksmöglichkeit bleibt. Gemeinsam mit der Regisseurin haben sich Jiří und Otto Bubeníček am Originalschauplatz des Streifens auf die Suche begeben nach dem, was Kunst in Extremsituationen für einen Menschen sein kann – alles.

Premiere ist am Samstag (14.2.), 19.30 Uhr im Opernhaus

Tickets und Termine: www.theaterdo.de

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