Dienstag, 24. Februar 2015

Ausstellung "200 Jahre Westfalen.jetzt" im MKK

Mit dem Auto durch Westfalen, Touristischer Prospekt 
Bild: LWL-Archivamt für Westfalen
Was die Regionen bewegt, die der Wiener Kongress 1815 zur preußischen Provinz Westfalen zusammenfügte, zeigt eine Ausstellung vom 28.8.15 - 28.02.2016, begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm.

"Westfalen, das wird manchmal vergessen, ist als preußische Provinz begründet worden. Und so merkt man uns Westfalen auch die positiven preußischen Tugenden, wie Selbstdisziplin, Fleiß, Ehrlichkeit und Durchhaltevermögen an. Das hat die Region über die Jahrhunderte geprägt", sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Vorstellung der Jubiläumsausstellung 200 Jahre Westfalen. Jetzt!.

"Heute sind wir Westfalens größte Stadt. Das haben wir nicht zuletzt der preußischen Verwaltungs- und Bildungspolitik zu verdanken. Wir in Dortmund feiern den Westfalen-Geburtstag aus Überzeugung."


Ausstellung im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Was die Regionen bewegte und bewegt, die der Wiener Kongresses im Jahr 1815 zur preußischen Provinz Westfalen zusammenfügte, ist im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 28. August 2015 bis zum 28. Februar 2016 zu sehen und wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Die große Sonderausstellung inszeniert Geschichte und erzählt Geschichten.

Es geht um technische Wunderwerke, Hidden Champions und Global Player, um Visionäre und erfolgreiche Unternehmer, um große Dichtung und frechen Poetry-Slam, um Fremde und Heimat, und um "tierisch" Westfälisches. Dabei stehen Fragen wie diese im Mittelpunkt: Gibt es ein westfälisches Heimatgefühl? Was prägte und prägt das Bild von Westfalen? Und welche Rolle spielt das "Westfälische" in unserer Zeit?

"Westfalen gehörte - zusammen mit dem Rheinland - zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen Preußens"“, erklärt Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der als Partner die Westfalen-Ausstellung mit trägt. "Die Menschen haben ihr Selbstbewusstsein in hohem Maße aus dem wirtschaftlichen Erfolg gezogen und parallel hat sich ein kulturelles Westfalen-Bewusstsein entwickelt.

Bis heute sind die Westfalen tatkräftig und anpackend, dabei aber auch bodenständig. Es wundert mich deshalb nicht, das Westfalen so viele Weltmarktführer - insbesondere familiengeführte Mittelstandsbetriebe - vorzuweisen hat. Außerdem bringen sich die Menschen in unserer Region in einem hohen Maß ehrenamtlich ein. Sie engagieren sich für ihre Heimat und ihre Mitmenschen. Das ist für mich 'typisch westfälisch'."

Westfalen erfahren Auf was sind Westfalen heute stolz und was ist ansonsten typisch für die Region? Korn, Pumpernickel und Schinken? Stimmen die Klischees: Westfalen sind eher stur, arbeitsam und reden nicht viel? Und gibt es etwas, was die Menschen im Sauer- und Siegerland, in Wittgenstein, in Ostwestfalen, im Münsterland und im östlichen Ruhrgebiet miteinander verbindet?

"Wir wollen untersuchen, ob es eine Identifikation mit Westfalen gibt oder viel eher mit dem eigenen Dorf, der Heimatstadt oder einer Teilregion", erklärte Kuratorin Dr. Brigitte Buberl vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte. "Die Geschichte unserer Region ist wechselhaft, verblüffend, vielfältig, bewegt und bewegend. Das spiegelt sich nicht nur in historischen Ereignissen wider, sondern gerade auch in persönlichen Lebensgeschichten und alltäglichen Objekten. Unsere Ausstellung will Westfalen und seine Geschichte erlebbar machen, dabei setzen wir auch auf die Partizipation der Besucher."

Gemeinsam mit dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und dem Westfälischen Heimatbund, der 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiert, haben die Ausstellungsmacher Überraschendes zusammengetragen. Rund 800 "Zeitzeugnisse" unterschiedlichster Art, aufgeteilt in thematische Inszenierungen werden Westfalen erfahrbar machen. Denn das ungewöhnliche Ausstellungskonzept macht es möglich, dass der Hauptraum während der Ausstellungszeit thematisch umgebaut wird und dort dreimal - jeweils für mehrere Wochen - andere Aspekte des "Westfälischen" im Mittelpunkt stehen.

Westfalen entdecken - das Rahmenprogramm

Geschichte zum schauen, staunen und "begreifen" bietet auch das umfangreiche Rahmenprogramm: Es gibt Führungen und Aktionen für Schulklassen, die mit den Lehrplänen aller Jahrgangstufen abgestimmt sind und Exkursionen ins westfälische Umland. Außerdem gehören spezielle Programme für Gruppen und Familien zum Angebot, ebenso wie "westfälische" Stadtgespräche, Familiensonntage, Konzerte und Kulinarisches. Buchbar ab Anfang März 2015.

Gemeinsam für Westfalen

Um das große Ausstellungsprojekt zum Westfalenjubiläum realisieren zu können, arbeitet das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund eng zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und dem Westfälischen Heimatbund, der 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Das LWL-Museumsamt schickt die Westfalen-Ausstellung in verkleinerter Version ab Mitte 2016 auf Wanderschaft. Geplant sind acht Stationen.

Die Schirmherrschaft übernimmt die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. Förderung dieses Ausstellungsprojekts erfolgte durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die LWL-Kulturstiftung, die NRW-Stiftung, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Sparkassen in Westfalen-Lippe, die Kulturstiftung der Provinzial Versicherung, den Westfälischen Heimatbund und die Westfalen Initiative.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund ist WDR3 Kulturpartner.

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