Mittwoch, 28. Januar 2015

Schauspiel: "Das Bekenntnis eines Masochisten" hat Premiere im Studio

Szene aus "Das Bekenntnis eines Masochisten"
Foto: Birgit Hupfeld
31. Januar, 20 Uhr
Schauspielstudio


Die Groteske des tschechischen Autors Roman Sikora überträgt die Mechanismen einer individuellen „Perversion“ humorvoll auf das moderne Wirtschaftssystem: Der Protagonist Herr M. hat es schwer. Auf der Suche nach wirklicher Demütigung findet er nur seichtes Mittelmaß: Keine Freundin und auch keine professionelle Domina kann seinen Erwartungen gerecht werden – alle machen nur das, was er ihnen vorschlägt. Schließlich hat Herr M. eine Eingebung: Erniedrigung durch Verausgabung! Er nimmt mehrere Jobs gleichzeitig an – selbstverständlich ohne Sozialversicherung! – unterminiert die Gewerkschaft und tritt öffentlich für Mehrarbeit bei geringerer Bezahlung ein. Das Paradies ist zum Greifen nah, als Herr M. zu einer Olympiade der Selbstausbeutung eingeladen wird. Im Finale: Herr M. und ein Chinese! Doch es kommt anders als er denkt…

Roman Sikoras Groteske verbindet gekonnt und intelligent die Themenfelder von sexueller Perversion und Kapitalismus und erschafft einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft: Aber ist Herr M. wirklich anders oder wie wir alle, nur konsequenter?

Es inszeniert der Regisseur Carlos Manuel, der in der vergangenen Spielzeit bereits Kafkas „Der Prozess“ auf die Bühne brachte. Auf der Bühne stehen Marlena Keil, Björn Gabriel und Sebastian Graf, das Bühnen- und Kostümbild stammt von Vinzenz Gertler, für die Dramaturgie ist Dirk Baumann verantwortlich.

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