Dienstag, 20. Januar 2015

Museum Ostwall zeichnet Ben Patterson aus

Ben Patterson (* 1934) “Two for violins” 
– Patterson, after “One for violins” - Paik, 1991.
 Teile zweier Violinen, Holztürattrappen, zwei Spieluhren
Bild: Courtesy Galerie Schüppenhauer, Köln

Einen Tag vor dem 1.000.052. Geburtstag der Kunst haben die Freunde des Museums Ostwall e.V. den Preisträger des MO-Kunstpreises "Follow me Dada and Fluxus" für das Jahr 2015 bekannt gegeben.

Der Musiker und Fluxus-Künstler Ben Patterson, Jahrgang 1934, nimmt den Preis im September dieses Jahres entgegen. Sein Werk Werk "Two for violins" – Patterson, after "One for violins" - Paik" aus dem Jahre 1991 wird nun bald schon Teil der Fluxus-Sammlung des Museums Ostwalls sein. Es ist einerseits eine Hommage an Nam June Paik, andererseits ironischer Kommentar zur Musealisierung der Fluxus-Bewegung: Auf einen Holzträger aus Türattrappen mit Schloss und Schlüssel hat Patterson die Einzelteile einer Violine und zwei Spieluhren montiert.

Der Titel geht zurück auf ein Fluxus-Konzert von Nam June Paik, das erstmals im Jahr 1962 aufgeführt wurde: Inspiriert von der Kompositionslehre John Cages hob Paik im Zeitlupentempo eine vor sich auf dem Tisch liegende Violine über seinen Kopf, um diese dann plötzlich mit einem Schlag auf dem Tisch zu zertrümmern. Patterson führte diese Performance Jahre später erneut auf und verarbeitete die Trümmer der Violine zu einem Wandobjekt. Auf diese Weise kommentiert er ironisch den Wunsch der Sammler und Museen, die Fluxus-Bewegung für die Nachwelt zu erhalten, auch wenn dies im Falle von Aktionskunst, die für den Augenblick gemacht ist, nicht möglich ist.

Das Werk wird ab dem 19. September 2015 in einer Ausstellung im MO Schaufenster gemeinsam mit anderen Werken von Ben Patterson zu sehen sein. Die Ausstellung wird von Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung des Museums Ostwall, kuratiert. Zur Eröffnung der Ausstellung am 18. September 2015 findet die feierliche Preisübergabe an Ben Patterson statt.

Die Jury, bestehend aus Klaus Fehlemann (Vorstandsvorsitzender der Freunde des Museums Ostwall e.V.), Prof. Dr. Kurt Wettengl (Direktor des Museums Ostwall), Wolfgang Feelisch (Sammler der Kunstrichtung Dada/Fluxus), Christel Schüppenhauer (Galeristin mit Schwerpunkt Dada/Fluxus), Richard Schmalöer (von den Freunden des Museums Ostwall ernanntes Mitglied), Marion Edelhoff (von den Freunden des Museums Ostwall ernanntes Mitglied), Dr. Wolfram Kiwit (Chefredakteur der Ruhrnachrichten Dortmund) entschied sich für Ben Patterson.

Folgende Grundsätze leiten dabei die Jury in ihrer Entscheidung:
Der MO Kunstpreis wird mit dem Ziel vergeben, internationale Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in ihren Werken und Ideen die Bewegung von Dada, Fluxus und Konzeptkunst aufgreifen und lebendig halten.

Der MO Kunstpreis in Höhe von 10.000 Euro wird jedes Jahr vergeben werden und ist offen für alle künstlerischen Medien einschließlich performativer Arbeiten.


Das mit dem Preisgeld angekaufte Werk soll den Sammlungsschwerpunkt Fluxus im Museum Ostwall aktualisieren und stärken.

Die Preisträgerin oder der Preisträger wird mit seinen Arbeiten in der Ausstellungsreihe "MO-Schaufenster" vorgestellt
Der Kunstpreis soll in der Metropolregion Ruhr mit Werken, Projekten und Aktionen ein Zeichen der Offenheit für die internationale Kunstszene setzen und damit einen weiteren kulturellen Beitrag zum Strukturwandel erbringen.

"Wir freuen uns über die Vergabe des Preises an Ben Patterson", so Kurt Wettengl, Direktor des Museums, "mit diesem Werk kommentiert Patterson das Projekt "Fluxus im Museum" ironisch und bereichert es doch gleichermaßen."

Der MO Kunstpreis wird jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben. Ziel ist es, den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern und zu stärken und auch zeitgenössischen Entwicklungen dieser Kunstform Rechnung zu tragen. Durch spektakuläre Ankäufe, Schenkungen und Ausstellungen ist das Museum Ostwall im Dortmunder U in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Institution für Fluxus und verwandte Kunstformen geworden. Im Bestand des Hauses befinden sich heute ca. 1500 Werke (inkl. Dauerleihgaben), die dem Publikum – neben Werken anderer Kunstströmungen – in der einmal jährlich wechselnden Schau "Sammlung in Bewegung" präsentiert werden. Durch den MO Kunstpreis, der jeweils mit der Erwerbung eines Kunstwerkes durch die Freunde des Museums Ostwall einher geht, wird dieser Bestand kontinuierlich ausgebaut.

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