Samstag, 31. Januar 2015

Internationales Frauenfilmfestival in Dortmund

Plakat zum Internationalen
 Frauenfilmfestival Dortmund|Köln 2015

Bild: Rammatik
Das nächste Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln findet vom 14. bis zum 19. April in Dortmund statt. Im Fokus der rund 80 Filme aller Genres steht in diesem Jahr das Thema "Komfort".

Der Wunsch nach Komfort oder Bequemlichkeit ist verständlich, ebenso die Absicht, den eigenen Lebensstandard oder den der Kinder zu verbessern. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer mehr, 2016 wird 1 Prozent der Weltbevölkerung 50 Prozent des Weltvermögens besitzen. Der Grad der Ausbeutung natürlicher Ressourcen sieht ähnlich dramatisch aus. Was kostet das konkret? Und wer bezahlt für den Wohlstand, den Komfort, das gute Leben der Menschen in den Wohlstandsgesellschaften?

Kontinuierlich wächst das Unbehagen gegenüber steigendem Konsum. Vor allem die Dokumentarfilme reißen die Scheuklappen der alltäglichen Schizophrenie für mehr als eine Filmlänge herunter und rühren mit Klarheit und Menschlichkeit an existenzielle Fragen.


80 Filme vom Videoclip bis zum Dokumentarfilm

Das Festival präsentiert in der thematischen Sektion rund 80 Filme aller Genres - vom kurzen Videoclip, Werbefilm oder Essay bis zum großen Spiel- und Dokumentarfilm. Aktuelle und historische Filme treten unter der thematischen Klammer KOMFORT in einen Dialog. Stoff für viele Diskussionen mit zahlreichen deutschen und internationalen Filmemacherinnen und Künstlerinnen, deren Filmschaffen das Festival vom 14. bis 19. April in Dortmund feiert.


Wer Ruhrgebiet sagt, sagt auch Arbeit

Vor dem Komfort steht die Arbeit Harte Arbeit, um sich Produkte und Konsumgüter leisten zu können, die einem im Ziel wiederum die Arbeit, das Leben erleichtern. Diese Idee von Arbeit ist und war im Ruhrgebiet identitätsstiftend. Dabei dominiert von der Darstellung von Männern den Bilderkanon. In Kooperation mit der Kinemathek im Ruhrgebiet zeigt das Festival historische Filme, die diesen Bilderkanon erweitern. Sie beschreiben, unter welchen Bedingungen Frauen im Ruhrgebiet gearbeitet und gewirtschaftet haben.

Dortmund im Film

Die Dortmunderin Elisabeth Wilms gilt als Filmpionierin. Vom Beginn der 1940er Jahre bis zu ihrem Tod 1981 hat sie mehr als 150 Filme realisiert. Sie hat den Alltag ihrer Umgebung, das Leben im bombenzerstörten Dortmund und den späteren Wiederaufbau gefilmt und für die Nachwelt festgehalten. Auch Industrie-, Werbe-, Reisefilme und Reportagen gehören zu ihrem Werk. Das Festival konzentriert sich auf die Dortmunder Filme.


Wer zahlt die Rechnung?

Der Dokumentarfilm No Land No Food No Life von Amy Miller (CA 2013) ist ein Appell, nicht länger wegzuschauen und den in großem Stil von Multiplayern der Lebensmittelindustrie betriebenen Landraub zu stoppen. Miller gibt Menschen und Gemeinschaften eine Stimme, die darum kämpfen, die Kontrolle über ihr Land und ihre Autonomie zu behalten.


Komfortzone im Dortmunder Kunstverein

Im Dortmunder Kunstverein wird die Klasse von Shana Moulton, Professorin an der Kunstakademie Münster, flankierend zum Festivalthema eine Komfortzone einrichten. Der Titel To Seek Out, to Explore, to Doze, to Snooze (übersetzt: auf der Suche sein, erforschen, dösen, schlummern) verweist auf das Konzept des "Snoezelen room", der alle Sinne anspricht. Licht, Farbe, Sound, Musik, Temperatur und Gerüche werden den Kunstverein am Dortmunder U einhüllen und in einen Parallelraum verwandeln. Die Ausstellung ist vom 7. März bis 3. Mai zu sehen. Während des Festivalzeitraums werden täglich Performances stattfinden.


Filmbildung - Angebote fürs junge Publikum

Das IFFF Dortmund|Köln ermöglicht mit seinen Angeboten für Dortmunder und Kölner Schulen eine altersgerechte Auseinandersetzung mit dem Medium, das die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen prägt und beeinflusst wie kein zweites. Die Filme werden begleitet von anschließenden Gesprächen, in denen Medienpädagogen und Filmschaffende über Inhalt, Form und Produktionszusammenhänge informieren und Fragen der Schüler beantworten.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln findet in jährlich wechselndem Rhythmus in den Städten Köln und Dortmund statt. Mitveranstalter ist das Kulturbüro der Stadt Dortmund.

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