Mittwoch, 30. April 2014

KLANGVOKAL veröffentlicht Magazin zum Festival

Wenige Wochen vor Beginn des 6. KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund veröffentlicht das Festival wieder ein umfangreiches Magazin zum Festival.

Auf 44 Seiten werden die Veranstaltungen des Festivals ausführlich in Texten und Bildern vorgestellt: Das Spektrum reicht wie in den Vorjahren von der Oper und klassischer Vokalmusik bis hin zu Jazz und Weltmusik.

Unter dem Thema „Von der Suche nach Glück“ präsentiert Klangvokal vom 22.
Mai bis 22. Juni 2014 zum sechsten Mal die Vielfalt des Gesangs. Einen Schwerpunkt setzt in diesem Jahr die italienische Oper von Claudio Monteverdi bis Giacomo Puccini: Zum Auftakt erklingt Monteverdis großartige barocke Oper „L’Orfeo“ in der St. Reinoldikirche mit dem italienischen Ensemble La Venexiana (22. Mai), Francesco Cavallis barockes Kleinod „La Calisto“ können Sie – als Deutschland-Premiere – mit exzellenten Gesangssolisten und Musikern als Puppenoper erleben (30. Mai). Vincenzo Bellinis hin- und mitreißende „Romeo und Julia“-Oper „I Capuleti e i Montecchi“ lockt in Top-Besetzung in das Konzerthaus (6. Juni), während die Italienische Operngala mit Feuerwerk traditionell open-air auf der Seebühne im Westfalenpark stattfindet (29. Mai).

Ebenso wichtig ist der Jazz-, Pop- und Weltmusik-Bereich: Der spanische Flamencostar Arcangél, die koreanische Jazzsängerin und ECHO-Preisträgerin Youn Sun Nah sowie die US-amerikanische Blues- und Soulsängerin Robin McKelle gastieren im domicil. Faszinierende Klänge mit hochkarätigen Künstlern aus Bulgarien, Polen, Schweden, Argentinien und Südafrika sind u.
a. in der St. Marienkirche und im Orchesterzentrum|NRW zu erleben.

Ermöglicht wurde das Magazin auch in diesem Jahr durch die Unterstützung der Sparkasse Dortmund, der „Freunde des KLANGVOKAL Musikfestival“ und vieler weiterer Sponsoren,

Das Magazin liegt an rund 100 Stellen in Dortmund aus und wird auf Wunsch gern zugeschickt. Mail: info@klangvokal.de oder unter Tel. 0231-50-299 96

Dienstag, 29. April 2014

Konzert mit über 100 jungen Menschen in der Aula am Ostwall

Das Kulturbüro weist auf ein gemeinsames Konzert des vielfach ausgezeichneten Orchesters der Gesamtschule Gartenstadt und dem „Symfonie-Orchester Scholen in de Kunst“ aus Amersfoort, Niederlande, hin. Von Klassik bis Filmmusik spielen über 100 junge Menschen ein vielseitiges Programm als rauschendes Fest.

Termin: Freitag, 02. Mai., 18.00 Uhr, Aula am Ostwall, Ostwall 36, 44135, Dortmund, EINTRITT FREI!

Montag, 28. April 2014

Konzerthaus gibt Planungen für Saison 2014/15 bekannt

Valery Gergiev und Sergej Prokofiew sind zwei russische Riesen; der eine interpretiert als St. Petersburger Stardirigent die Kompositionen des anderen im ersten Zeitinsel-Festival der Saison: Eine Spielzeit 2014/15 mit echten Schwergewichten hat Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa bei der Jahres-Pressekonferenz am heutigen Montag, 28. April, vorgestellt. Seine Dortmunder Dramaturgie mit den thematischen Zeitinsel-Festivals oder den Exklusivkünstler-Konzerten vertieft sowohl wie sie mit Neuem bekannt macht:

Zeitinsel Nr. 2 rückt zum ersten Mal (nach der Weltmusikerin Anoushka Shankar im letzten Jahr) einen Jazz-Künstler ins Zentrum: Nils Landgren, den Mann mit der roten Posaune. Exklusivkünstler Yannick Nézet-Séguin bringt im zweiten Jahr der dreijährigen »The Yannick Experience« sein Philadelphia Orchestra, eins der amerikanischen Big Five, für zwei Konzerte erstmalig nach Dortmund. Mit Tschaikowskys Fünfter knüpft Yannick an die sensationelle »Pathétique« von letzter Saison an. Christian Thielemann lädt zur Saisoneröffnung mit den Klängen seiner »Wunderharfe«, der Staatskapelle Dresden. Iván Fischer dirigiert Messiaens selten aufgeführte »Turangalîla«-Sinfonie. Andris Nelsons kommt zum letzten Mal als Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra. Von besonderem Gewicht ist auch das Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly, das gleich zwei Konzerte in die Waagschale wirft. Als konzertante Opern werden Agostino Steffanis »Niobe« (Philippe Jaroussky als Anfione), Bernsteins »A quiet place« (Kent Nagano) und Prokofiews »Die Verlobung im Kloster« (Gergiev, Solisten und Ensembles des Mariinsky-Theaters) gegeben. Brandneu ist das Abo »Musik für Freaks« mit nicht-alltäglicher Kammermusik von Pipa bis Pianola, Bach bis Boulez oder Musik, die nicht frischer aus der Feder des Komponisten stammen könnte.

Für seine herausfordernden Konzerte wirbt das KONZERTHAUS DORTMUND in Print und Film unter dem Claim »Stell dich der Klassik«. Das sonst so freundliche Dortmunder Wappentier blickt grimmig und steht Auge in Auge dem russischen Riesen Gergiev gegenüber. Anne-Sophie Mutter und Nézet-Séguin gehen mit dem Nashorn je auf ihre Weise um, legen es an die Kette oder zähmen es. Dabei berührt die augenzwinkernde Kampagne, so Stampa, einen wahrhaftigen Kern: Beim Werben um Ersthörer wird häufig mit zu einfachen Botschaften gelockt: klassische Musik sei leicht. Stampa dagegen steht zu seinem komplexen Produkt Klassik und sagt die Wahrheit: Man muss sich ihr stellen.

Die Saison 2014/15 auf www.konzerthaus-dortmund.de

Sonntag, 27. April 2014

"Verbrennungen" ist ein ergreifendes Stück über den Krieg

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„Verbrennungen“ ist ein intensives und sehr eindringliches Theaterstück über den Krieg. Der ist hier zwar grob im Nahen Osten angesiedelt – es könnte aber auch jeder andere Krieg auf der Welt sein.

Zur Handlung: Nawal verfügt in ihrem Testament, dass ihre Kinder – es sind Zwillinge – den unbekannten Bruder und den tot geglaubten Vater suchen sollen. Die beiden machen sich widerwillig auf die Suche und lüften schließlich ein schreckliches Familiengeheimnis.

Obwohl „Verbrennungen“ in der Regie von Liesbeth Coltof mit einer mit einer Spieldauer von über zwei Stunden recht lang ist, kommt keinerlei Langeweile auf. Man sitzt auf seinem Theaterstuhl und verfolgt gebannt das Geschehen auf der Bühne, das mehr und mehr die Qualitäten eines hochspannenden Thrillers annimmt. Immer wieder taucht in Rückblenden auch die tote Nawal selbst auf, die von Friderike Tiefenbacher toll und glaubhaft gespielt wird.

Das Stück zeigt die unbeschreibliche Grausamkeit des Krieges genauso wie seine Sinnlosigkeit. Ich war bei diesem Stück sehr ergriffen und berührt, was mir im Theater ansonsten eher selten passiert. Manchmal staunt man über die Fülle an Sinneseindrücken, die andere Stücke auf die Bühne zu bringen vermögen – aber ergriffen bin ich davon dann nicht. Diesmal schon.



Samstag, 26. April 2014

"Kassandra": Schauspielerin Bettina Lieder bietet tolle Leistung

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In „Kassandra“ liefert die 1987 geborene Schauspielerin Bettina Lieder eine ausgesprochen beeindruckende Leistung ab. Sie vermag das Publikum allein durch Stimme und Bühnenpräsenz 80 Minuten lang zu fesseln, ohne dass auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommen würde. Das Bühnenbild besteht lediglich aus einem großen Spiegel.

Dieser Monolog, den Christa Wolf Anfang der 80er-Jahre verfasst hat, schildert die Ereignisse rund um den Trojanischen Krieg aus Kassandras Sicht. Sie ist eine Seherin, die jedoch mit einem Fluch belegt ist: Ihren Prophezeiungen wird niemals Glauben geschenkt. Und so warnt sie unter anderem vergebens vor der griechischen List mit dem Trojanischen Pferd – mit dem bekannten Ausgang.

Der Text ist sehr dicht und man muss sich als Zuschauer sehr konzentrieren, um auch wirklich jeden Aspekt mitzubekommen, zumal viele Namen von Figuren auftauchen, deren Beziehungen untereinander nicht immer sofort parat hat, wenn man in der  griechischen Mythologie nicht sattelfest ist. Einen Genuss bietet der Abend aber allemal auch, wenn man nur 70 oder 80 Prozent vom Inhalt mitkriegt. Um alles zu erfassen, müsste man dieses Stück mehrmals sehen.

Beim Rausgehen hörte ich eine Zuschauerin begeistert sagen, das sei endlich mal wieder Theater pur ohne jeden Schnickschnack gewesen, so wie sie es sich vorstelle. Ich mag zwar auch Produktionen mit Schnickschnack, kann mir aber vorstellen, was die Dame meinte und was sie so fasziniert hat.    


Sonntag, 20. April 2014

"Der nackte Wahnsinn" ist nicht mein Fall

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Ich gebe es zu: Diese Besprechung ist journalistisch nicht ganz einwandfrei. Ich bin zur Pause von „Der nackte Wahnsinn“ am Schauspielhaus Dortmund gegangen und habe also den zweiten Teil nicht mehr gesehen. Vielleicht ist der aber genau der Kracher, der alles Vorherige in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ich weiß es nicht. Allein mir fehlt der Glaube.

„Der nackte Wahnsinn“ ist ein unfassbar flacher Klamauk, in dem die Schauspieler die ganze Zeit rennen, schreien, dem Nervenzusammenbruch nahe sind und die acht Türen des Bühnenbildes auf und zu knallen. Das ist sicherlich vom Schauspielerischen her erstens körperlich äußerst anstrengend und auch anspruchsvoll, weil das Timing exakt stimmen muss – ich als Zuschauer habe es allerdings als nur nervig empfunden.

Es geht darum zu zeigen, dass ein Theaterstück oft hinter den Kulissen noch viel aufregender ist als auf der Bühne selbst. Für diese Aussage braucht man aber keine zweieinhalb Stunden. Das trägt sich nicht für eine so lange Zeit. Ich fand das auch nicht witzig, was bei vielen Zuschauern um mich herum offenbar ganz anders war. Das Stück hat einfach partout nicht meinen Humor getroffen.

Und ich habe den Verdacht, dass das nicht ein Problem dieser speziellen Inszenierung ist, sondern des Stückes selbst, das übrigens sonderbarerweise zu den meistgespielten an deutschen Bühnen gehört. Denn wenn man sich auf Youtube Ausschnitte aus anderen Inszenierungen anguckt, dann sind die genauso nervig.

Gegen diese These spricht, dass es nun schon das zweite Mal war, dass ich bei einer Inszenierung von Regisseur Peter Jordan entsetzt das Weite gesucht habe: „Arsen und Spitzenhäubchen“ fand ich genauso unerträglich.




Freitag, 18. April 2014

Programm des NRW Theatertreffen 2014 veröffentlicht

Szene aus "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik"
Foto: Arno Declair
Das Schauspiel Dortmund ist Veranstalter des diesjährigen NRW Theatertreffen 2014. Das Programm wurde jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Inszenierungen der NRW-Theater

Die ausgewählten Inszenierungen, die vom 13. bis 20. Juni in Dortmund zu sehen sein werden, sind: „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ (Schauspielhaus Bochum, Regie: David Bösch), „wohnen. unter glas“ (Theater Paderborn, Regie: Nikolaos Boitsos), „Minna von Barnhelm“ (Theater Bielefeld, Regie: Mareike Mikat), „Der Prozess“ (Schauspiel Essen, Regie: Moritz Peters), „JR“ (Wuppertaler Bühnen, Regie: Marcus Lobbes), „Kasimir und Karoline“ (Düsseldorfer Schauspielhaus, Regie: Nurkan Erpulat), „Der gute Mensch von Sezuan“ (Schauspiel Köln, Regie: Moritz Sostmann), „Die deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume“ (Theater Münster, Regie: Tuğsal Moğul), „Die Orestie“ (Theater Oberhausen, Regie: Simon Stone) und „Das Himbeerreich“ (Theater Aachen, Regie: Bernadette Sonnenbichler). Aus diesen Wettbewerbs-Stücken wählt eine Fachjury die herausragendste Inszenierung NRWs und suchen eine Jugendjury und das Publikum jeweils ihre Lieblingsinszenierung aus.

Panels zu „Theater und Virtualität“

Neben den Theaterstücken gibt es ein breites Rahmenprogramm aus Panels, Konzerten, Filmen und Performances. Die Panels beschäftigen sich mit dem Thema des Theatertreffens „Theater und Virtualität“. Sechs Gespräche und Diskussionen werden angeboten: „Virtualität und Rollenspiel“ mit Anna Bromley, Ulf Otto und Stefan Keim, „Sterben: Online und Offline“ mit Dietmar Dath und Kai van Eikels, „Raus aus der Guckkastenbühne – rein ins Live-Computerspiel!“ mit Klaus Gehre, Marcus Lobbes, Mathias Prinz, Daniel Hengst und Christian Rakow, „Körper 2.0“ mit John von Düffel und Karin Harrasser, „Hacking Reality – Theatraler Aktivismus im öffentlichen Raum“ mit Jean Peters und Christian Römer und „Theatermusik – Autonome Kunst im Sprechtheater?“ mit Martyn Jacques, PeterLicht, Heather Paauwe und Michael Sirotta und Paul Wallfisch. In Kooperation mit dem stARTcamp Ruhr York wird der Workshop „Immer Theater mit Social Media?“ angeboten.

Konzerte, Party und Filme

An sieben Abenden sorgen bekannte Musiker und Bands für Abwechslung: PeterLicht (17. Juni), La Mama Orchestra Mythologica (19. Juni), The Tiger Lillies (20. Juni), Provinztheater (13. Juni), Jansen (13. Juni), Thomas Truax (14. Juni), The Schwarzenbach (15. Juni) und Tommy Finke (18. Juni). Am 14. Juni und 20. Juni sorgen „All The Time DJ André Rother“ und „Spoonman DJ Cla:s“ ab 23 Uhr für Party.
Außerdem gibt es ein Katerfrühstückskino mit den Filmen „Jörg Buttgereits  Sexmonster“ und „Wenzel Storchs Die Reise ins Glück“ im Institut des Schauspiel Dortmund sowie Dauerinstallationen der „Urbanisten“ und von Anna Bromley.


Außerhalb des Wettbewerbs

Zu den Veranstaltungen außerhalb des Wettbewerbs zählen „The Smartphone Project“, „Anna Kpok und der letzte Zombie: Level III“ sowie Konrad Becker.
Ebenfalls nicht im Wettbewerb laufen die Westwind-Gewinner 2013: „Ente, Tod und Tulpe“ (Junges Schauspielhaus Düsseldorf, Regie/Choreographie: Franziska Henschel) und „TRASHedy“ (Performing Group & Tanzhaus NRW, Konzept/Choreographie: Leandro Kees).

Das NRW Theatertreffen 2014 beginnt am 13. Juni mit der feierlichen Eröffnung um 18.30 Uhr im Schauspielhaus Dortmund. Die Preisverleihung findet am 20. Juni um 20.30 Uhr statt.

Karten gibt es ab 16. April 2014 an der Vorverkaufskasse im Opernhaus, unter 0231/50-27222 und www.theaterdo.de. Weitere Informationen sowie Anfangszeiten aller Veranstaltungen gibt es online unter www.nrw-theatertreffen.de.

Mittwoch, 16. April 2014

Konzerthaus: die Termine im Juni 2014

Hier eine Übersicht über die Termine des Konzerthauses im Juni 2014:

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Di 03.06.2014 20.00
Mi 04.06.2014 20.00
10. Philharmonisches Konzert
Dortmunder Philharmoniker
Muhai Tang (Dirigent)
Lars Vogt (Klavier)

heim_kehr
Johannes Brahms: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-moll op. 15
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Wir stimmen ein – Die Künstler geben Einblick ins Programm um 19.30 Uhr im Saal

Einzelpreise in € 42,00 / 39,00 / 34,00 / 30,00 / 24,00 / 19,00 inkl. Gebühren
Veranstalter: Theater Dortmund
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Do 05.06.2014 20.00
Evgeny Kissin
Evgeny Kissin (Klavier)

Franz Schubert: Sonate für Klavier D-Dur D 850 »Gasteiner Sonate«
Alexander Skrjabin: Sonate für Klavier Nr. 2 gis-moll op. 19 »Sonate-Fantaisie«
Alexander Skrjabin: Etüden op. 8 (Auszüge)

Seine sensationelle Karriere begann mit dem legendären Silvesterkonzert im Jahr 1988. Damals spielte der 17-jährige Evgeny Kissin mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan und verzauberte Publikum und Kritik. Doch schon fünf Jahre zuvor verblüffte er die Musikwelt mit seiner grandiosen Chopin-Interpretation voller Reife und Musikalität. Fast drei Jahrzehnte sind seitdem vergangen und der Preisträger von einst hat sich zu einer der herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit entwickelt. 

Einzelpreise in € 90,00 / 80,00 / 65,00 / 35,00 / 25,00 inkl. Gebühren
Veranstalter: Klavier-Festival Ruhr
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Fr 06.06.2014 20.00
I Capuleti e i Montecchi
Vivica Genaux (Romeo)
Elena Gorshunova (Giulietta)
Giorgio Berrugi (Tebaldo)
Thomas Laske (Capellio)
Wenwei Zhang (Lorenzo)
WDR Rundfunkchor Köln
WDR Rundfunkorchester Köln
Friedrich Haider (Dirigent)

Vincenzo Bellini: »I Capuleti e i Montecchi« (»Die Capulets und die Montague«) Opera seria in zwei Akten (konzertante Aufführung in italienischer Sprache)

Einführung um 19.30 Uhr im Komponistenfoyer

Einzelpreise in € 49,00 / 43,00 / 37,00 / 30,00 / 16,00 / 8,00 / 5,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Veranstalter: Klangvokal Musikfestival Dortmund
In Zusammenarbeit mit WDR Rundfunkorchester Köln und WDR Rundfunkchor Köln
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So 08.06.2014 16.00
Mo 09.06.2014 11.00
Festkonzert der Chorakademie 2014
Chöre der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund

Das KONZERTHAUS DORTMUND öffnet über die Pfingstfeiertage traditionell seine Pforten für die jungen Sänger der Chorakademie und ihr Publikum. Die Festkonzerte mit bunt gemischtem Programm werden präsentiert von den verschiedenen Ensembles aus Europas größter Singschule, die den klassischen Chor- und Sologesang auf hohem Niveau und im Grenzbereich zur Professionalität fördert.

Einzelpreise in € 28,50 / 26,00 / 23,50 / 19,50 / 17,00 / 12,00 / 8,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Veranstalter: Chorakademie am Konzerthaus Dortmund e. V.
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Di 10.06.2014 20.00
WDR Sinfonieorchester Köln
WDR Sinfonieorchester Köln
Andris Nelsons (Dirigent)
Baiba Skride (Violine)

Andris Nelsons. Foto: Marco Borg
Richard Strauss: »Die Frau ohne Schatten« Sinfonische Fantasie
Richard Strauss: Konzert für Violine und Orchester d-moll op. 8
Richard Strauss: »Also sprach Zarathustra« Tondichtung für großes Orchester op. 30

Abo: Orchesterzyklus I – Meisterkonzerte
Einzelpreise in € 58,00 / 49,00 / 44,00 / 36,00 / 19,00 / 10,00 / 4,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
RWE-Jugendrabatt 12,50 € (inkl. Gebühren) frühestens sieben Tage vor der Veranstaltung
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: SIGNAL IDUNA GRUPPE
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Do 12.06.2014 20.00
Bodo Wartke
Bodo Wartke (Gesang, Klavier)

Klaviersdelikte
Bodo Wartke beweist in »Klaviersdelikte« einmal mehr seine vielfältigen Qualitäten als Gentleman-Entertainer am Flügel. Ob er Liebeslieder singt, rappt, Gedichte rezitiert, Samba tanzt oder mehrere Instrumente gleichzeitig spielt: Sein facettenreiches Klavierkabarett in Reimkultur ist unterhaltsam, mitreißend und immer auf den Punkt.

Einzelpreise in € 32,00 / 29,00 / 25,00 / 20,00 / 12,00 / 6,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Keine Ermäßigungen verfügbar
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
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Fr 13.06.2014 20.00
Marc-André Hamelin
Marc-André Hamelin (Klavier)

Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate für Klavier Nr. 18 D-Dur KV 576
Marc-André Hamelin: Chaconne Deutsche Erstaufführung
Leopold Godowsky: Etüde Nr. 44a (nach Frédéric Chopins Études Nouvelles Nr. 1) vervollständigt von Marc-André Hamelin – Welt-Erstaufführung
Leopold Godowsky: Fünf Etüden für die linke Hand nach Frédéric Chopin
Franz Schubert: Vier Impromptus D 935

Den Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2013, Marc-André Hamelin, als »Ausnahmepianisten« zu bezeichnen, ist untertrieben. Er spielt nicht nur höchst-virtuoses Repertoire, um das andere Kollegen einen großen Bogen machen, er erschwert sich noch durch spezielle Arrangements Werke, die schon in ihrer Originalgestalt Staunen machen. Bei seinem diesjährigen Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr bietet er zunächst die deutsche Erstaufführung seiner Chaconne. Dann greift er zu den erschwerten Bearbeitungen, die Leopold Godowsky von Chopins Etüden gemacht hat.

Einzelpreise in € 75,00 / 65,00 / 55,00 / 28,00 / 18,00 inkl. Gebühren
Veranstalter: Klavier-Festival Ruhr
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Mo 16.06.2014 18.30
Kopfnoten: Von Waterloo bis Sarajewo – ein europäisches Jahrhundert im Spiegel der Musik
Michael Stegemann (Vortrag)

X – Die Geburt der Moderne
So wie Hector Berlioz’ »Symphonie fantastique« einst die Romantik einläutete, so ist es nun – wieder in Paris, am 29. Mai 1913 – die Premiere von Igor Strawinskys riesenhaft besetzter Ballettmusik »Le sacre du printemps«, mit der ein neues Zeitalter beginnt. Der »Sacre« wird zu einem Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts und macht Igor Strawinsky – trotz oder wegen des Uraufführungsskandals – auf einen Schlag berühmt: Das »Frühlingsopfer« bzw. die »Bilder aus dem heidnischen Russland« eröffnen einen neuen musikalischen Kosmos. Und in den barbarisch stampfenden Rhythmen und den Dissonanzen schwingt schon der Schlachtenlärm des Weltkriegs mit.
Ort Orchesterzentrum|NRW · Brückstraße 47 · 44135 Dortmund

Eintritt frei
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
In Zusammenarbeit mit TU Dortmund und Orchesterzentrum|NRW
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Do 19.06.2014 20.00
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Yannick Nézet-Séguin (Dirigent)
Hélène Grimaud (Klavier)

Bedřich Smetana: »Vltava« (»Die Moldau«) Sinfonische Dichtung aus »Má Vlast« (»Mein Vaterland«)
Maurice Ravel: Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Yannick Nézet-Séguin
Foto: Harald Hoffmann
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 »Rheinische«

Einführung mit Prof. Dr. Michael Stegemann um 19.15 Uhr im Komponistenfoyer

Abos: The YANNICK Experience; Orchesterzyklus II – Meisterkonzerte
Einzelpreise in € 98,00 / 86,00 / 74,00 / 62,00 / 32,00 / 16,00 / 5,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
RWE-Jugendrabatt 12,50 € (inkl. Gebühren) frühestens sieben Tage vor der Veranstaltung
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: RWE
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Di 24.06.2014 19.00
»Junge Wilde« – Anna Prohaska
Anna Prohaska (Sopran)
Eric Schneider (Klavier)

Hinter den Linien 1914|2014
Auch im zweiten Jahr als »Junge Wilde« hat Anna Prohaska einen thematischen Liederabend konzipiert: 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs widmet sich die Sopranistin Soldatenliedern von Komponisten verschiedener Epochen.

Einführung mit Markus Bruderreck um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer
Nach dem Konzert: »meet the artist!«

Abo: Solisten III – »Junge Wilde« 
Einheitspreis in € 16,50 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: RWE
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Fr 27.06.2014 19.00
So 29.06.2014 18.00
L’Italiana in Algeri
Simone Alaimo (Mustafa)
Rebeca Olvera (Elvira)
Liliana Nikiteanu (Zulma)
Peter Kálmán (Haly)
Maxim Mironov (Lindoro)
Cecilia Bartoli (Isabella)
Carlos Chausson (Taddeo)
Sinfonischer Chor der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund
L’Ensemble Matheus
Jean-Christophe Spinosi (Dirigent)

Cecilia Bartoli  Foto: Alberto Venzago
Gioachino Rossini: »L’Italiana in Algeri« Opera buffa in zwei Akten (konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Cecilia Bartoli gibt mit den Aufführungen der »Italiana in Algeri« ihr Rollendebüt als Isabella und macht damit das Dortmunder Konzerthaus erneut zu ihrem Ort für programmatische Herzensangelegenheiten.

Einführung mit Prof. Dr. Holger Noltze um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer

Abo: Große Stimmen II – Konzertante Oper
Einzelpreise in € 195,00 / 169,00 / 149,00 / 117,00 / 65,00 / 32,00 / 12,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Keine Ermäßigungen verfügbar
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsoren: CASPAR LUDWIG OPLÄNDER STIFTUNG; KULTURSTIFTUNG DORTMUND
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Sonntag, 13. April 2014

"Republik der Wölfe": Ein überbordender und rasanter Angriff auf alle Sinne

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„Republik der Wölfe“ ist eine schrille, groteske, laute und abgedrehte Märchenadaption, die niemals langweilig wird, weil die Zuschauer ständig was zu gucken oder hören haben. Manchmal laufen auf der sich drehenden Bühne mehrere Szenen gleichzeitig ab, sodass man mehrmals in dieses Stück gehen müsste, um wirklich alles zu erfassen.

Ähnlich wie zum Beispiel in „Das Fest“ spielt auch die Videokamera eine große Rolle. Manche Szenen laufen irgendwo im Innern der verschachtelten und äußerst aufwendig gestalteten Bühne. Die Zuschauer sehen sie nur über eine große Videowand. Und zu allem spielt eine Liveband – mal rockig, mal zart – unter der Leitung von Paul Wallfisch.

Es gibt keine durchgehende Handlung, vielmehr werden einige der Grimmschen Märchen angerissen und verfremdet, wobei Regisseurin Claudia Bauer sich nicht des Verdachts schuldig macht, allzu zart besaitet zu sein. Wenn den Damen die Gliedmaßen abgesägt werden, spritzt das Theaterblut gleich literweise.

Meine persönlichen Höhepunkte waren Rumpelstilzchen und der Froschkönig. Toll, wie gruselig – und im Grunde doch so einfach - Uwe Schmieder mit zwei Puppenärmchen den Zwerg gibt, der sich für der Königin ihr Kind interessiert. Herrlich, wie Sebastian Kuschmann als Frosch aus dem Bühnenuntergrund steigt und später aus der Prinzessin Becherchen trinkt und von ihrem Tellerchen isst. Seinen dritten Wunsch – im Bettchen der Prinzessin zu schlafen – legt Claudia Bauer recht rüde aus, womit auch diese Szene wunderbar zum Rest des Stückes passt.

„Republik der Wölfe“ ist ähnlich wie Produktionen wie Meister und Margarita oder Das Fest ein Destillat aus dem, wofür das Schauspiel Dortmund unter Kay Voges steht: modernes, lautes, abgefahrenes Theater, bei dem eines garantiert nicht aufkommt: Langeweile. Wer allerdings mehr auf tiefschürfende Dialoge, eine feine Charakterisierung von Figuren und eine sich entwickelnde Handlung steht, der sollte lieber in ein anderes Stück gehen.



Mittwoch, 9. April 2014

Theater Dortmund: Erste Einblicke in die Spielzeit 2014/15

Mit einigen Paukenschlägen hat das Theater seinen Wirtschaftsplan der Spielzeit 2014/15 vorgestellt. So beginnt die neue Opernspielzeit mit Giuseppe Verdis "Ein Maskenball".
Außenansicht Opernhaus Dortmund
Lupe: Klicken zum VergrößernVon Händels barockem Oratorium "Saul" bis zu Andrew Lloyd Webbers Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" zeigt sich in der kommenden Spielzeit die ganze Vielfalt des Musiktheaters in Dortmund.
Bild: Theater Dortmund
Die Oper in drei Akten wird zunächst in Dortmund und gleich darauf am weltberühmten Royal Opera House Covent Garden in London gezeigt. Einen Höhepunkt der Saison stellt die deutsche Erstaufführung der Fußball-Operette "Roxy und ihr Wunderteam" aus der Feder des berühmten Berliner Operettenkomponisten Paul Abraham dar. Hausherr Jens-Daniel Herzog inszeniert mit Mozarts "Don Giovanni" ein Gipfelwerk des Opernrepertoires, und das Richard-Strauss-Jahr 2014 wird mit einer Neuproduktion von "Der Rosenkavalier" gefeiert. Die Junge Oper zeigt in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein und der Oper Bonn die Familienoper "Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte".

"Der Zauberberg" inspiriert Xin Peng Wang

Ein berühmter Roman hat Ballettdirektor Xin Peng Wang zur Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit inspiriert: Thomas Manns "Der Zauberberg". An den Überraschungserfolg der Vorsaison ("Drei Farben: Tanz") knüpft der dreiteilige Ballettabend "Drei Streifen: Tanz" mit drei Choreografen von Weltruf an. Die Wiederaufnahmen von "Schwanensee" und "Der Traum der roten Kammer" erfüllen nicht nur die Wünsche des Publikums, sondern zeigen auch die ganze stilistische und inhaltliche Bandbreite der Dortmunder Ballettcompagnie, deren Spielzeit auch dieses Jahr wieder von zwei hochkarätig besetzten Ballettgalas eingerahmt wird.

Heldinnen und Helden im Konzertprogramm

"held_innen_leben" lautet das Motto der zweiten Spielzeit von Gabriel Feltz als Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker. Die "Eroica" von Beethoven fehlt daher im Konzertprogramm der neuen Konzertsaison ebenso wenig wie das autobiografische "Heldenleben" von Richard Strauss oder Wagners "Siegfried". Der Bogen der Philharmonischen Konzerte spannt sich bis hin zur jungen Komponistin Lera Auerbach. International gefeierte Solisten wie Sharon Kam, Elisso Virsaladze, Christian Poltera und Schauspieler Sebastian Koch sind der Einladung, gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern aufzutreten, gerne nachgekommen. Fortgesetzt werden die beliebten Konzertreihen wie etwa die Babykonzerte, Kammerkonzerte, Familienkonzerte, Konzerte für junge Leute, Wiener Klassik Konzerte sowie das Neujahrskonzert.
Kay Voges
Lupe: Klicken zum VergrößernGespannt sein darf das Schauspielpublikum sicherlich auf Kay Voges Inszenierung von Shakespeares "Hamlet"
Bild: Birgit Hupfeld

Schauspiel thematisiert Identitätsfragen in der digitalen Welt

Das Schauspiel präsentiert in der Spielzeit 2014/2015 wieder eine große Bandbreite an Stoffen und Erzählweisen. Das breite Spektrum wird gebündelt in der Frage nach Identität und menschlicher Individualität im digitalen Zeitalter, in dem sich die Grenzen von Virtualität und Realität zunehmend verwischen. Antike und moderne Klassiker wie Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe", Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden", Sophokles "Elektra" und vor allem Shakespeares "Hamlet", in der Inszenierung des Schauspielintendanten Kay Voges, werden daraufhin beleuchtet und befragt. Andere Stoffe, für das Schauspiel Dortmund neu bearbeitet und entwickelt, greifen das Thema von Big Data, Überwachung, Macht und Kontrolle der Daten explizit auf: Eine Theaterbearbeitung von Spielbergs "Minority Report" verspricht eine ebenso ernste wie unterhaltsame Annäherung an diese Fragen zu sein wie eine Bearbeitung von Herman Melvilles Roman "Moby Dick".

KJT richtet drittes "pottfiction-Camp" am Big Tipi aus

Noch in den Sommerferien richtet das KJT das dritte pottfiction-Camp am Big Tipi aus, in dem Hundert Jugendliche aus dem ganzen Ruhrgebiet einen Entwurf von ihrer Zukunft vorstellen werden. Die Suche nach Identität und Utopie zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Ein Höhepunkt wird das Projekt "Industriegebietskinder" sein, das gemeinsam mit Schülern der Marie-Reinders-Realschule und Studenten der FH Dortmund entwickelt wird. Nicht zu vergessen das Weihnachtsmärchen: Andreas Gruhn greift eine Erzählung von Gerdt von Bassewitz auf und entwickelt daraus das Weltraummärchen: "Peters Reise zum Mond".

Zum Thema

Das Theater Dortmund rechnet dann mit Erträgen in Höhe von rund 39 Millionen Euro - davon 4,6 Millionen Euro aus eigenen Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen sowie 32,75 Millionen Euro aus dem Betriebskostenzuschuss der Stadt Dortmund. Das Land NRW wird ab 2014 die Einrichtung eines "Juniorballett NRW" mit 80.000 Euro pro Jahr fördern. Somit steigt der Landeszuschuss auf 1,65 Mio. Euro.
Der Vermögensplan des Theaters sieht Investitionsmittel in Höhe von 2.122.000 Euro vor. Diese Finanzmittel ermöglichen dem Theater Dortmund die weitere Planung und Vorbereitung des Werkstattumbaus inklusive der Brandschutzertüchtigung. Darüber hinaus kann die Sanierung der ausgefallenen Obermaschinerie im Schauspielhaus und die Sanierung der Toiletten im Opernfoyer aus diesen Mitteln finanziert werden.

Sonntag, 6. April 2014

"Tannhäuser" ist ein berauschender Bilderbogen

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In meinem zweiten Versuch hat's dann gestern geklappt, Kay Voges' "Tannhäuser" in der Oper zu sehen. Beim ersten Mal war der Sänger der Titelrolle, Daniel Brenna, ja krank, und die Aufführung musste nach dem ersten Akt abgebrochen werden. 

Um diese Inszenierung ist ja fast ein Glaubenskrieg entfacht. Die einen sagen, man dürfe ihn nur so aufführen, wie Wagner es gewollt hat, die anderen sagen, es ist toll, wie Kay Voges den alten Stoff interpretiert. Ich gehöre definitiv zur zweiten Fraktion. Ich bin schier begeistert von dieser Inszenierung. Mir war in keiner Sekunde langweilig - und das obwohl man (inklusive zweier langer Pausen) wirklich über vier Stunden in der Oper verbringt. Mit vielen tollen Videos gelingt Voges ein berauschender Bilderbogen, den man so schnell nicht vergisst.

Denn, sind wir doch mal ehrlich: Die Original-Handlung aus dem 19. Jahrhundert ist aus heutiger Sicht völliger Schwachsinn: Da wird jemand verdammt, nur weil er sich mal ein bisschen viel der körperlichen Liebe hingegeben hat. Hallo?! Und dann muss er zum Papst (!!) pilgern, der ihm prompt nicht (!!) vergibt, dafür aber alle möglichen Diebe und Mörder begnadigt. Hallo?! Und am Ende bringt sich seine Geliebte - also jetzt nicht die aus dem Venusberg, sondern die andere - aus Verzweifelung um. Meine Güte, warum das denn? Mal eine Frage am Rande: Worin bestand eigentlich genau das Liebesverhältnis zwischen Tannhäuser und Elisabeth? Ja wohl nicht aus körperlicher Liebe, die hier ja so verdammt wird. Da hätte dann ja eigentlich eine Facebook- oder Skype-Freundschaft auch gereicht, oder?

Insofern kann man den Tannhäuser im Original heute eigentlich nur noch wegen der tollen Musik und/oder aus kulturhistorischer Sicht genießen. Aber um ihm einem heutigen Publikum zugänglich zu machen, muss man ihn geradezu verändern. 

Ich bin nicht hundertprozentig sicher, ob Katzanakis' "Die letzte Versuchung Christi" tatsächlich perfekt zum Tannhäuser passt. Da müsste ich jetzt mal etwas länger drüber nachdenken, aber ich finde, das ist auch nicht das Wichtigste an dieser Inszenierung. Das Wichtigste ist das Rauschhafte, und das sollte man einfach genießen, indem man sich in seinem Opernsitz zurücklehnt und nicht mehr allzu viel darüber nachdenkt.

Ein Aspekt scheint mir noch erwähnenswert: Indem er die Minnesänger als Rocker verkleidet und den Venusberg in eine häusliche Szene mit Fernseher, Bademantel und einem Kühlschrank voller Bier verwandelt, spielt Voges ganz geschickt und auf witzige Weise mit Klischees. Schließlich assoziiert man Rocker doch eher mit Sex & Drugs & Rock'n'Roll und den heimischen Herd nicht unbedingt mit rauschhaftem Sex, oder? 

Ich habe jetzt nichts zur gesanglichen Leistung der Darsteller gesagt. Sorry, liebe Opernsänger! Aber dazu fehlt mir schlicht die Kompetenz. Für mich klang's toll und schlicht wunderschön.

Donnerstag, 3. April 2014

Dortmunder Autorin Daniela Gerlach hat Roman veröffentlicht

Daniela Gerlach
Die Dortmunder Autorin Daniela Gerlach hat einen Roman verfasst: Der Kleindealer Olaf Keune und seine Freunde leben im Ruhrgebiet der 80er-Jahre. Meistens kommt man im süß-harzigen Dunst zusammen und wäre lieber woanders als da, wo man lebt. Aber man hängt auch am Revier – am eigenen und an dem der Freunde, am Punk und wie es früher war, am Bier und am Dope, an Borussia.

Nur Olaf, der seine Punk-, Skin- und psychedelischen Phasen durchlaufen hat, bricht aus dem immer gleichen Alltag aus und wagt, wovon die anderen nur träumen. Er stürzt sich wieder mal – und diesmal richtig – in die Beziehung zu Vera, eine in München lebende Fotografin. Doch in der neuen Stadt ein neues Leben zu führen, gestaltet sich anders als erwartet, große Gefühle werden auf die Probe gestellt. Währenddessen gehen auch im Revier Veränderungen vor sich. Ob man die aber bemerkt, das hängt von einem selber ab.
"Revierkönige" ist ein heiter-ironischer Roman mit ernsten Stellen. Er zeigt ein Stück Ruhrgebietsalltag, das vom Großreinemachen jener Jahre unberührt geblieben ist. Erzählt wird von Menschen wie dem quatschsüchtigen Revierzeitungs-Redakteur Freese, den Skins Hansi und Migge, dem Kfz-Mechaniker Motte, dem Schnorrer und Marokko-Fan Bert, von Olafs Stil- und Drogenberater Hippie-Horst, und auch von Frauen, ohne die gar nichts läuft. 

Es sind Menschen, die keine Geschichte machen, die Träume haben und sie manchmal ausleben, die nicht weg können vom Vertrauten und dabei sogar irgendwo ankommen.
Daniela Gerlach (Dortmund 1962) arbeitete nach dem Studium der Deutschen Philologie als Journalistin, Werbetexterin und als Ghostwriter. Pendelt heute zwischen Spanien und dem Ruhrgebiet.
Daniela Gerlach: Revierkönige, CreateSpace Independent Publishing Platform, 150 Seiten, 7,76 Euro, ISBN: 978-1492256175