Sonntag, 30. November 2014

Großartig: "Jörg Buttgereits Nosferatu lebt!" im Schauspielstudio

Szene aus "Nosferatu lebt" mit Uwe Rohbeck
und Ekkehard Freye.    Fort: Birgit Hupfeld
Vampir- und Gothic-Horror-Fans sollten, nein müssen irgendwie versuchen, an Karten für „Jörg Buttgereits Nosferatu lebt!“ im kleinen Schauspielstudio zu kommen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass diese Produktion über Monate hinweg ausverkauft sein wird. Samstag war Premiere.

Das Stück ist eine Hommage an Murnaus Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“ aus dem Jahre 1922. Und es ist schon erstaunlich, wie nahe Buttgereit der gesamten Atmosphäre und Stimmung des Films auf der Bühne kommt. Dabei helfen ihm viel weiße Schminke und das Kostüm von Susanne Priebs, das aus Nosferatu-Darsteller Uwe Rohbeck fast einen Wiedergänger von Max Schreck, dem Schauspieler von damals, macht. Es gruselt einen, so authentisch wirkt das.



Ganz in der Tradition des Stummfilms haben die Schauspieler nur einen geringen Sprechanteil. Sprache wird als Text auf einer großen Leinwand eingeblendet. Auch gibt es ganz stilecht einen Stummfilm-Pianisten (Kornelius Heidebrecht). Wirkungsvoll ist der Trick, einige Szenen als Schattenriss hinter dieser Leinwand darzustellen. Kerzenlicht, eine Gaslichtlaterne, viel Nebel und das ganz in Schwarz und Weiß gehaltene Bühnenbild tun ihr übriges, um die Stummfilm-Atmosphäre perfekt zu machen.

Sympathisch ist, dass diese Produktion auch ihre humorvollen Seiten hat – zum Beispiel dann, wenn Ellen (Annika Meier) ihrem Geliebten Hutter (Ekkehard Freye) übertrieben nachschmachtet und über den Tod philosophiert. Mit von der Partie ist auch Andreas Beck in den Rollen eines allwissenden Erzählers, als Arzt und als Fliegen fressender Irrer, der dem Vampir verfallen ist.

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Andreas Schröter

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Weitere Termine: 4./21. Dezember, 25. Januar

Licht: Rolf Giese
Dramaturgie: Anne-Kathrin Schulz
Additional Videoart: Mario Simon

Infos und Karten: 0231-50-27222, www.theaterdo.de

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