Mittwoch, 12. November 2014

Dortmunder U: Podiumsdiskussion und Filmvorführung zu „CITIZENFOUR“

Das medienwerk.nrw veranstaltet am 20. November 2014 (18:00 Uhr) im Kino des Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität eine Gesprächsveranstaltung zu Fragen der Disziplinierung, Kontrolle, Überwachung und Transparenz durch vernetzte Medien. Anlass ist die Vorführung des Dokumentarfilms CITIZENFOUR der US-amerikanischen Regisseurin und Journalistin Laura Poitras. Poitras gehört gemeinsam mit dem Journalisten Glenn Greenwald zu den ersten Personen, die durch den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter und „Whistleblower“ Edward Snowden Einblick in die geheimen Überwachunsprogramme der NSA (National Security Agency) erhielten. Der hoch spannende Film erzählt aus nächster Nähe die Geschichte dieser Enthüllungen, die weltweit Schlagzeilen machten und in Europa zu einer öffentlichen Debatte über die Konsequenzen von Digitalisierung und Vernetzung führten.

Vor der Filmvorführung diskutieren Dr. Inke Arns, Künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein (Dortmund), Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky, Professorin am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, und Stephan Urbach, Netzaktivist und Autor im Kontext digitaler Kultur, über verschiedene Fragen, die sich mit den Snowden-Enthüllungen verknüpfen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse aktueller Entwicklungen im Bereich der digitalen Kultur wie z.B. die drastisch zunehmende Kommerzialisierung und Überwachung im Netz sowie Formen der Emanzipation, des Widerstands und der „Datenmündigkeit“ durch Modifizieren, Reparieren, Umnutzen und Hacken von Hard- und Software. Die unterschiedlichen Perspektiven der Panelisten aus den Kontexten Medienkunst, Medientheorie und Aktivismus ermöglichen eine Einordnung der netzpolitischen Diskussion in einen gesamtgesellschaftlichen und ästhetischen Kontext.

Zu den Fragen, die verhandelt werden, gehören:

Wie lassen sich Phänomene wie die allgegenwärtige „flüchtige Überwachung“ (Zygmunt Bauman) und Big Data beschreiben? Welche technologischen Utopien (und Dystopien) verknüpfen sich mit den neuen Formen der Datenverarbeitung und -analyse? Wie schreiben sich Machtverhältnisse in Medien ein? Wie kann Unsichtbares in der Kunst sichtbar gemacht werden? Welche Bilder finden wir, um die Funktionsweisen von „postvisuellen Medien“ wie z.B. Algorithmen besser zu verstehen? Wie reagieren aktuelle Projekte im Kontext Medienkunst und digitale Kultur auf die aktuelle Diskussion? Und auf welche Weise lässt sich ein kritisches Bewusstsein für die Kommerzialisierung und Überwachung im Netz schaffen? Wie kann dieses Wissen in ein kritisches Handeln beim alltäglichen Umgang mit vernetzten Medien übersetzt werden?

Die Gesprächsveranstaltung steht in einer Reihe von Aktivitäten des medienwerk.nrw, die sich zum Ziel setzen, in der Region die Diskussion über aktuelle Tendenzen im Kontext Medienkunst und über die ästhetischen wie gesellschaftlichen Konsequenzen von Digitalisierung und Vernetzung zu fördern. Gleichzeitig bereitet die Veranstaltung thematisch die internationale, mehrtägige Konferenz „Evil Media“ vor, die das Medienwerk 2015 in Kooperation mit vielen verschiedenen Institutionen und KünstlerInnen in Dortmund durchführen wird.

Moderation: Fabian Saavedra-Lara (medienwerk.nrw) und Katharina Busch (Kunsthistorikerin)
Dauer Podiumsdiskussion: ca. 90 Min.
Veranstaltung in deutscher Sprache.

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