Donnerstag, 13. November 2014

3. Philharmonisches Konzert mit virtuoser Pianistin Elisso Virsaladze

Elisso Virsaladze 
Eigentlich wollte Pianistin Elisso Virsaladze gar keine Zugabe geben. Und dann tat sie es doch: eine Mazurka von Chopin. Die Besucher des 3. Philharmonischen Konzertes, das unter dem Motto „heimat_klänge“ stand, hatten die Georgierin zuvor zu Recht begeistert für ihr vituoses Spiel mit Höchstschwierigkeitsgraden in Franz Liszts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur gefeiert. Doch nicht nur der Gaststar ­­– auch die Dortmunder Philharmoniker zeigten sich unter dem Dirigat des aus Taiwan stammenden Shao-Chia Lü in Topform.

Shao-Chia Lü dirigierte temperamentvoll. In Smetanas „Die Moldau“ nach der Pause – einem der sicher meistgespielten Stücke der Konzertliteratur – konnte man anhand seiner Bewegungen das Fließen des Flusses beinahe sehen. Doch nicht nur „Die Moldau“ machte Eindruck, im ersten Teil von Smetanas „Mein Vaterland“ – Vysehrad – sind es die Harfen, die herausstechen. Man meint fast, sie würden eine melancholische Geschichte erzählen, die vom Rest der Instrumente untermalt wird.

Liszt, Smetana – und zu Beginn Leos Janaceks „Taras Bulba“, jenes teils martialische Heldenepos um den gleichnamigen Freiheitskämpfer nach einer Novelle von Nikolaj Gogol. Was bei Liszt das Klavier und bei Smetana die Harfe ist, ist in diesem Werk – mit einem geringeren Anteil – die Orgel, gespielt von Michael Hönes. Und so hatten die Besucher Gelegenheit, die Konzerthaus-Orgel zu hören. Das kommt auch nicht in jedem Philharmonischen Konzert vor. Insgesamt ein sehr gelungener Konzertabend.

Übrigens: Es ist erstaunlich, wie intensiv die Philharmoniker um Pressesprecherin Anneliese Schürer die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien für ihre Zwecke nutzen. So gab’s beim ersten Heimatklänge-Abend sogar einen Live-Twitter – nachzulesen unter #heimatklänge. Auf diese Weise präsentiert sich eine künstlerische Sparte, die ansonsten meist ein älteres Publikum anlockt, ausgesprochen modern und dürfte so sicherlich den einen oder anderen jüngeren Klassik-Fan hinzugewinnen. Und das ist gut so. 


Andreas Schröter

- You-Tube.Video zur Einstimmung auf das Konzert mit Orchestermanager Michael Dühn und Cellistin Franziska Batzdorf

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