Dienstag, 14. Oktober 2014

Oper: "Jesus Christ Superstar" hat Sonntag Premiere

Alexander Klaws als Jesus Christus
Opernhaus: Sonntag, 19. Oktober, 18 Uhr, Premiere Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber
Gesangstexte von Tim Rice
mit Alexander Klaws als Jesus Christus
Eine Koproduktion mit dem Theater Bonn


Der Erfolg der Uraufführung von Jesus Christ Superstar stand schon fest, bevor sich der Vorhang am 12. Oktober 1971 überhaupt gehoben hatte; schließlich war die Rock-Oper vor ihrer szenischen Umsetzung bereits als LP ein Verkaufsschlager gewesen, und für die Vorstellungen am Broadway gab es seit Wochen keine Karten mehr. Da konnte die Presse noch so heftige Verrisse schreiben, religiöse Gruppen lauthals protestieren: Das Publikum feierte begeistert das erste abendfüllende Werk des erst 21-jährigen Andrew Lloyd Webber und seines wenig älteren Librettisten Tim Rice.

Musikalische Auseinandersetzungen mit Jesus Christus und der Passionsgeschichte haben eine lange Tradition, selbst Musicals zu dem Thema gab es schon vor Lloyd Webber. Was die konservativen Kreise damals jedoch befremdete, war der Ansatz von Tim Rice, die letzten sieben Tage Jesu aus der Sicht von Judas zu erzählen. Judas, nicht ein Verräter, sondern ein Freund und Anhänger von Jesus, der besorgt beobachtet, wie ihre gemeinsame Bewegung aus dem Ruder läuft: Die immer fanatischer werdenden Anhänger machen aus Jesus eine Kultfigur, erheben jedes seiner Worte zur absoluten Wahrheit, während er selbst zunehmend launischer und unzugänglicher wird. Tim Rice entwirft das Bild eines zutiefst menschlichen Jesu, den aber Anhänger und Gegner gleichermaßen zum Superstar stilisieren. In Zeiten des Starkults, der Sehnsucht nach Leitfiguren und verbindlichen Werten sind die Fragen, die Jesus Christ Superstar aufwirft, nach wie vor hoch aktuell.

Ebenso die Musik von Lloyd Webber. Angelehnt an die Form der Kantate verzichtet er auf Dialoge und stellt Balladen, Rock- und Soularien neben große Chor- und Ensemblenummern. Vielfalt und Kontrastreichtum, das Neben- und Übereinander von Gegensätzen sowie eine scharfe musikalische Charakterisierung der Figuren zeichnen die komplexe Partitur aus.

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