Montag, 20. Oktober 2014

Jesus-Christ-Superstar-Premiere wird zur Sternstunde für die Oper

Frenetischer Schlussjubel in einem ausverkauften Haus – die Premiere des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals „Jesus Christ Superstar“ wurde für die Dortmunder Oper zur Sternstunde.

Und um es gleich vorweg zu sagen: Der DSDS-Gewinner von 2003, Alexander Klaws, wurde den Anforderungen der Titelrolle sowohl in gesanglicher als auch in schauspielerischer Hinsicht gerecht. Er beherrschte nicht nur die die lauten, stimmlich anstrengenden Passagen, sondern auch die leiseren Töne. Gesangliche Glanzpunkte setzten zudem Patricia Meeden als Maria Magdalena und David Jacobs als Judas. Einen besonders gelungenen Auftritt im insgesamt stärkeren zweiten Teil legte Kammersänger Hannes Brock als Herodes hin.

Regisseur Gil Mehmert hat die Bühne in diesem bildgewaltigen Epos wie ein zum Publikum offenes römisches Amphitheater mit seitlichen Tribünen gestaltet. Das gibt dem großen Ensemble bestehend aus Sängern und Tänzern die Möglichkeit, sich nicht nur waagerecht im Raum zu bewegen. Als gute Idee erweist sich auch, die Musiker nicht im Orchestergraben zu verstecken, sondern sie auf einer Empore über der Bühne spielen zu lassen.

Das Rock-Musical, gegen das bei seiner Uraufführung 1971 in New York noch christliche Gruppen demonstrierten, erzählt die letzten Tage Jesu. Das letzte Abendmahl (im Stil der 70er-Jahre auf Decken, die auf dem Boden ausgelegt werden), die Verhandlung vor Pontius Pilatus (ebenfalls stark: Mark Weigel) und natürlich die Kreuzigung am Ende an einem riesigen Lichtkreuz kommen vor. Obwohl die Inszenierung durch die Kostümierung (T-Shirt oder Top und Jeans) auf die Gegenwart zugeschnitten ist, lässt die Musik natürlich immer noch den leicht angestaubten Charme der 70er-Jahre durchschimmern. Wem das und der im Opernhaus nicht immer hundertprozentig transparente Klang (im Gegensatz zu dem im Konzerthaus) nichts ausmacht, der sollte sich Karten für „Jesus Christ Superstar“ besorgen. Die werden allerdings für Termine in diesem Jahr bereits knapp.



Andreas Schröter

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