Mittwoch, 1. Oktober 2014

DEW21-Kunstpreise 2014 gehen ins Künstlerhaus Dortmund

Abb. links: Anett Frontzek, Wismar D1642, Detail
Abb. rechts: Maria Gerdwilker , o.T. (Unterammergau) 
Anett Frontzek gewinnt mit ihrer Serie Ostseeklang den DEW21-Hauptpreis, der eine Förderung von insgesamt 10.000 EUR umfasst. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung mit Katalog im nächsten Jahr im Museum Ostwall im U, Dortmund und ein Preisgeld von 2.500 EUR.

Man könnte Anett Frontzeks Vorgehen als das einer Forscherin in der Welt der Kartografie bezeichnen. Sie nimmt Systeme auseinander, zerlegt sie in ihre Bestandteile, isoliert ihre Zeichen und Codes, spürt ihre grafischen Strukturen auf.
Für Ihre Serie Ostseeklang bearbeitete sie Decca-Seekarten, die bis zum Jahr 2000 die Positionsbestimmung per Funknavigation ermöglichten, mit dem Skalpell. Das „Decca Navigator“-System ist das älteste aller Funknavigationsverfahren.
Anett Frontzek macht so die Konstruiertheit der untersuchten Systeme sichtbar und verleiht darüber hinaus den einzelnen Elementen eine eigene Bedeutung, die nichts mehr mit dem ursprünglichen System zu hat.

Maria Gerdwilker erhält den Förderpreis, der mit 2.500 EUR dotiert ist.

Mit ihren Werken schafft Maria Gerdwilker abstrahierte Landschaften und setzt dazu ungewöhnliche Materialien ein. Es entstehen Szenerien aus Erinnerungen, die als Versatzstücke sichtbar werden. Mit dreieckigen weißen Holzplatten und Lichtkegeln zaubert sie zum Beispiel unverkennbar für jeden die Silhouette eines alpinen Gebirgspanoramas. Ihre Arbeiten betitelt sie z.B. mit Timid rainbow und o. T. (Unterammergau).

Es herrschte große Freude bei der Preisverleihung des zum neunten mal vergebenen Kunstpreises der DEW21 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Aus etwa 200 Bewerbungen stellte eine Fachjury zunächst die Wettbewerbsausstellung mit den Arbeiten der elf nominierten KünstlerInnen zusammen, aus denen sie später die PreisträgerInnen wählte.

Die nominierten Künstlerinnen und Künstler:
Sabastian Bartel, Anja Bohnhof, Astrid Busch, Anett Frontzek,
Erich Füllgrabe, Maria Gerdwilker, Cornelius Grau,
Gudrun Kemsa, Nadja Verena Marcin, Rana Matloub, Anja Warzecha

Parallel zur Kunstpreisverleihung wurde die Einzelausstellung von Lisa Domin, der Kunstpreisträgerin 2013, eröffnet. Die Laudatio hielt Julia Schäfer, Kuratorin der Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig.

Die Wettbewerbsausstellung zum DEW21-Kunstpreis 2014, die die Werke der elf nominierten KünstlerInnen umfasst, sowie die Einzelausstellung von Lisa Domin sind bis zum 26. Oktober 2014 während der Öffnungszeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte an der Hansastraße 3 zu sehen.

Der Eintritt ist frei.

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