Sonntag, 27. April 2014

"Verbrennungen" ist ein ergreifendes Stück über den Krieg

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„Verbrennungen“ ist ein intensives und sehr eindringliches Theaterstück über den Krieg. Der ist hier zwar grob im Nahen Osten angesiedelt – es könnte aber auch jeder andere Krieg auf der Welt sein.

Zur Handlung: Nawal verfügt in ihrem Testament, dass ihre Kinder – es sind Zwillinge – den unbekannten Bruder und den tot geglaubten Vater suchen sollen. Die beiden machen sich widerwillig auf die Suche und lüften schließlich ein schreckliches Familiengeheimnis.

Obwohl „Verbrennungen“ in der Regie von Liesbeth Coltof mit einer mit einer Spieldauer von über zwei Stunden recht lang ist, kommt keinerlei Langeweile auf. Man sitzt auf seinem Theaterstuhl und verfolgt gebannt das Geschehen auf der Bühne, das mehr und mehr die Qualitäten eines hochspannenden Thrillers annimmt. Immer wieder taucht in Rückblenden auch die tote Nawal selbst auf, die von Friderike Tiefenbacher toll und glaubhaft gespielt wird.

Das Stück zeigt die unbeschreibliche Grausamkeit des Krieges genauso wie seine Sinnlosigkeit. Ich war bei diesem Stück sehr ergriffen und berührt, was mir im Theater ansonsten eher selten passiert. Manchmal staunt man über die Fülle an Sinneseindrücken, die andere Stücke auf die Bühne zu bringen vermögen – aber ergriffen bin ich davon dann nicht. Diesmal schon.



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