Mittwoch, 9. April 2014

Theater Dortmund: Erste Einblicke in die Spielzeit 2014/15

Mit einigen Paukenschlägen hat das Theater seinen Wirtschaftsplan der Spielzeit 2014/15 vorgestellt. So beginnt die neue Opernspielzeit mit Giuseppe Verdis "Ein Maskenball".
Außenansicht Opernhaus Dortmund
Lupe: Klicken zum VergrößernVon Händels barockem Oratorium "Saul" bis zu Andrew Lloyd Webbers Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" zeigt sich in der kommenden Spielzeit die ganze Vielfalt des Musiktheaters in Dortmund.
Bild: Theater Dortmund
Die Oper in drei Akten wird zunächst in Dortmund und gleich darauf am weltberühmten Royal Opera House Covent Garden in London gezeigt. Einen Höhepunkt der Saison stellt die deutsche Erstaufführung der Fußball-Operette "Roxy und ihr Wunderteam" aus der Feder des berühmten Berliner Operettenkomponisten Paul Abraham dar. Hausherr Jens-Daniel Herzog inszeniert mit Mozarts "Don Giovanni" ein Gipfelwerk des Opernrepertoires, und das Richard-Strauss-Jahr 2014 wird mit einer Neuproduktion von "Der Rosenkavalier" gefeiert. Die Junge Oper zeigt in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein und der Oper Bonn die Familienoper "Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte".

"Der Zauberberg" inspiriert Xin Peng Wang

Ein berühmter Roman hat Ballettdirektor Xin Peng Wang zur Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit inspiriert: Thomas Manns "Der Zauberberg". An den Überraschungserfolg der Vorsaison ("Drei Farben: Tanz") knüpft der dreiteilige Ballettabend "Drei Streifen: Tanz" mit drei Choreografen von Weltruf an. Die Wiederaufnahmen von "Schwanensee" und "Der Traum der roten Kammer" erfüllen nicht nur die Wünsche des Publikums, sondern zeigen auch die ganze stilistische und inhaltliche Bandbreite der Dortmunder Ballettcompagnie, deren Spielzeit auch dieses Jahr wieder von zwei hochkarätig besetzten Ballettgalas eingerahmt wird.

Heldinnen und Helden im Konzertprogramm

"held_innen_leben" lautet das Motto der zweiten Spielzeit von Gabriel Feltz als Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker. Die "Eroica" von Beethoven fehlt daher im Konzertprogramm der neuen Konzertsaison ebenso wenig wie das autobiografische "Heldenleben" von Richard Strauss oder Wagners "Siegfried". Der Bogen der Philharmonischen Konzerte spannt sich bis hin zur jungen Komponistin Lera Auerbach. International gefeierte Solisten wie Sharon Kam, Elisso Virsaladze, Christian Poltera und Schauspieler Sebastian Koch sind der Einladung, gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern aufzutreten, gerne nachgekommen. Fortgesetzt werden die beliebten Konzertreihen wie etwa die Babykonzerte, Kammerkonzerte, Familienkonzerte, Konzerte für junge Leute, Wiener Klassik Konzerte sowie das Neujahrskonzert.
Kay Voges
Lupe: Klicken zum VergrößernGespannt sein darf das Schauspielpublikum sicherlich auf Kay Voges Inszenierung von Shakespeares "Hamlet"
Bild: Birgit Hupfeld

Schauspiel thematisiert Identitätsfragen in der digitalen Welt

Das Schauspiel präsentiert in der Spielzeit 2014/2015 wieder eine große Bandbreite an Stoffen und Erzählweisen. Das breite Spektrum wird gebündelt in der Frage nach Identität und menschlicher Individualität im digitalen Zeitalter, in dem sich die Grenzen von Virtualität und Realität zunehmend verwischen. Antike und moderne Klassiker wie Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe", Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden", Sophokles "Elektra" und vor allem Shakespeares "Hamlet", in der Inszenierung des Schauspielintendanten Kay Voges, werden daraufhin beleuchtet und befragt. Andere Stoffe, für das Schauspiel Dortmund neu bearbeitet und entwickelt, greifen das Thema von Big Data, Überwachung, Macht und Kontrolle der Daten explizit auf: Eine Theaterbearbeitung von Spielbergs "Minority Report" verspricht eine ebenso ernste wie unterhaltsame Annäherung an diese Fragen zu sein wie eine Bearbeitung von Herman Melvilles Roman "Moby Dick".

KJT richtet drittes "pottfiction-Camp" am Big Tipi aus

Noch in den Sommerferien richtet das KJT das dritte pottfiction-Camp am Big Tipi aus, in dem Hundert Jugendliche aus dem ganzen Ruhrgebiet einen Entwurf von ihrer Zukunft vorstellen werden. Die Suche nach Identität und Utopie zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Ein Höhepunkt wird das Projekt "Industriegebietskinder" sein, das gemeinsam mit Schülern der Marie-Reinders-Realschule und Studenten der FH Dortmund entwickelt wird. Nicht zu vergessen das Weihnachtsmärchen: Andreas Gruhn greift eine Erzählung von Gerdt von Bassewitz auf und entwickelt daraus das Weltraummärchen: "Peters Reise zum Mond".

Zum Thema

Das Theater Dortmund rechnet dann mit Erträgen in Höhe von rund 39 Millionen Euro - davon 4,6 Millionen Euro aus eigenen Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen sowie 32,75 Millionen Euro aus dem Betriebskostenzuschuss der Stadt Dortmund. Das Land NRW wird ab 2014 die Einrichtung eines "Juniorballett NRW" mit 80.000 Euro pro Jahr fördern. Somit steigt der Landeszuschuss auf 1,65 Mio. Euro.
Der Vermögensplan des Theaters sieht Investitionsmittel in Höhe von 2.122.000 Euro vor. Diese Finanzmittel ermöglichen dem Theater Dortmund die weitere Planung und Vorbereitung des Werkstattumbaus inklusive der Brandschutzertüchtigung. Darüber hinaus kann die Sanierung der ausgefallenen Obermaschinerie im Schauspielhaus und die Sanierung der Toiletten im Opernfoyer aus diesen Mitteln finanziert werden.

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