Samstag, 26. April 2014

"Kassandra": Schauspielerin Bettina Lieder bietet tolle Leistung

video
In „Kassandra“ liefert die 1987 geborene Schauspielerin Bettina Lieder eine ausgesprochen beeindruckende Leistung ab. Sie vermag das Publikum allein durch Stimme und Bühnenpräsenz 80 Minuten lang zu fesseln, ohne dass auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommen würde. Das Bühnenbild besteht lediglich aus einem großen Spiegel.

Dieser Monolog, den Christa Wolf Anfang der 80er-Jahre verfasst hat, schildert die Ereignisse rund um den Trojanischen Krieg aus Kassandras Sicht. Sie ist eine Seherin, die jedoch mit einem Fluch belegt ist: Ihren Prophezeiungen wird niemals Glauben geschenkt. Und so warnt sie unter anderem vergebens vor der griechischen List mit dem Trojanischen Pferd – mit dem bekannten Ausgang.

Der Text ist sehr dicht und man muss sich als Zuschauer sehr konzentrieren, um auch wirklich jeden Aspekt mitzubekommen, zumal viele Namen von Figuren auftauchen, deren Beziehungen untereinander nicht immer sofort parat hat, wenn man in der  griechischen Mythologie nicht sattelfest ist. Einen Genuss bietet der Abend aber allemal auch, wenn man nur 70 oder 80 Prozent vom Inhalt mitkriegt. Um alles zu erfassen, müsste man dieses Stück mehrmals sehen.

Beim Rausgehen hörte ich eine Zuschauerin begeistert sagen, das sei endlich mal wieder Theater pur ohne jeden Schnickschnack gewesen, so wie sie es sich vorstelle. Ich mag zwar auch Produktionen mit Schnickschnack, kann mir aber vorstellen, was die Dame meinte und was sie so fasziniert hat.    


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen