Sonntag, 2. März 2014

Licht und Schatten bei "Männerhort"

Gestern war ich endlich mal in „Männerhort“ im Schauspielstudio. Eigentlich wollte ich da schon viel früher rein, aber war ja immer ausverkauft. Ich war mir vorher ziemlich sicher, dass mir das supergut gefallen würde, aber ganz so war’s dann am Ende doch nicht.

Es fängt richtig stark an: Drei Männer haben sich im Keller der Thier-Galerie auf der Flucht vor ihren einkaufswütigen Frauen verschanzt. Sie machen das, was Männer eben so machen: Bier trinken und Fußball gucken, und an den Wänden hängen Kalenderblätter mit halb nackten Frauen. Klar werden da aufs Schärfste die Klischees bedient. Ist aber egal. Macht Spaß. Höhepunkt in dieser ersten Hälfte ist der Auftritt von Andreas Beck als sächselnder Hausmeister mit Vokuhila-Frisur (hinten lang, vorne kurz), der sich in Feuerwehrmann-Montur lautstark durch einen Lüftungsschacht zwängt.  Saulustig.

Leider kippt das Ganze irgendwann ins Alberne, und das gefällt mir dann meist nicht mehr so gut. So auch diesmal. Es trifft einfach nicht meinen Humor, wenn Sebastian Kuschmann mit Indianer-Federschmuck über die Bühne rennt, die Schauspieler sich mit Wasser aus einem Kinderspielzeug bespritzen oder Andreas Beck einen dieser riesigen Einkaufstaschen – wie es sie auch bei Ikea gibt – als Röckchen trägt. Ich mein, wir sind doch nicht auf einem Kindergeburtstag. Ich kenne zwar viele Männer, die gerne mit einer Dose Bier vor dem Fernseher sitzen und Fußball gucken (ich selbst bin gelegentlich so einer), aber ich kenne Gott sei Dank keinen einzigen Mann, der mit Indianerschmuck rumrennt.

Dieser alberne zweite Teil macht viel an gutem Eindruck kaputt, den ich noch zu Anfang hatte.




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